Stephan Jersch
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Zu einigem, was ich hier gehört habe, reizt es mich dann doch, das ein oder andere beizutragen. "Luft zu besteuern ist wie Ablasshandel." Ich kann der AfD nur empfehlen: Weniger Schnappatmung, dann gibt es auch weniger CO2-Ausstoß! Was aber der Grundfehler Ihrer "Priorisierung", die Sie tatsächlich so benannt haben, ist, tatsächlich: Wirtschaft geht bei Ihnen vor Klima. Beides ist miteinander verbunden, und wir werden das Klima natürlich nur zugunsten, auch zugunsten der Wirtschaft retten. Ansonsten haben wir wirklich schlechte Karten. Beides kann nur zusammen verwirklicht werden. Denn was ist das für eine Wirtschaft, in der die Menschen in der Umwelt nicht mehr leben können, weil die Umwelt einfach zu Schanden geritten ist? Und ich sehe auch Ihr Problem: ja, keine Klimaanlagen in Häusern in Hamburg. Da muss man halt öfter ins Auto steigen, ein Verbrenner, damit man da die Klimaanlage wenigstens anschalten kann. Ich kann Ihnen sagen, die baulichen Maßnahmen sind hervorragend und sie sind wirklich wirksam. Wir brauchen hier nur im Ausnahmefall irgendwo eine Klimaanlage. Aber was mich besonders irritiert hat, ist tatsächlich die Aussage der Kollegin Heitmann, die hier tatsächlich meint, dass der RCP 8.5 die Grundlage für gerichtliche Entscheidungen sei. Das ist schlicht und ergreifend der Wahrheitsgehalt, den die AfD auch ansonsten mit ihren Fake News zum Besten gibt! Frau Heitmann, ich weiß nicht, ob Sie jemals was vom Pariser Klimaabkommen gehört haben. Ich befürchte nein, aber letztendlich: Dies ist ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen, das es einzuhalten gilt. Und dort steht die 2-Grad-Grenze, am besten auch die 1,5-, nach Möglichkeit die 1,5-Grad-Grenze drin. Das ist tatsächlich verbindlich. Und ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum Ihre Bundestagsfraktion den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen fordert, genauso wie aus dem EU Green Deal. Und das zeigt ja auch wirklich, dass Ihre 180-Grad-Wende, die Sie hier sich in diesem Hause nicht trauen, so zu benennen! Tun Sie es doch! Sagen Sie konkret, was Sie wollen, wo Ihre Rückschritte sind, wo die Menschen in den nächsten Jahren vermehrt sterben werden, wo sie leiden. Tun Sie es! Und das erwarte ich von Ihnen. Danke!
