Antje Hebel
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hamburger! Stehengeblieben war ich beim Thema Nachhaltigkeit und warum Sie nicht auf die Idee gekommen sind, gemeinsam mit Bund und DOSB den geeignetsten Kandidaten für die Olympia-Bewerbung bundesweit auszuwählen. Diesen Kandidaten, welcher auch Hamburg hätte heißen können, hätten wir dann mit vereinten Kräften für die Olympia-Bewerbung unterstützt, als nationale Aufgabe sozusagen. Denn das ist die Ausrichtung der Olympischen Spiele mittlerweile: eine nationale Aufgabe eines Landes und nicht die Aufgabe einer einzelnen Stadt. Auf diese Weise hätte man den Steuerzahlern übrigens Dutzende Millionen Euro an Bewerbungskosten erspart. Für eine Bewerbung hätte es nur einmal Bewerbungskosten gegeben statt, wie ja jetzt, viermal. Aber das wollten Sie alles nicht. Warum nicht? Weil es Ihnen nicht um unser Land, um Deutschland geht. Das hätte ja etwas von Patriotismus – und das geht gar nicht. Weil es Ihnen nicht um die Ausrichtung des größten Friedensfestes der Welt geht. In diesen Zeiten, wo ein Krieg schon auf unserem Kontinent tobt, verliert der Senat nicht ein Wort zum Frieden in der Olympia-Bewerbung. Weil es Ihnen nicht primär um Sport und Sportler geht, die aber im Mittelpunkt stehen sollten. Lieber zuhören als immer dazwischen zu schreien. Sie nutzen sie aber für Ihre Werbetour durch Schulen und Vereine, wo Sie mit steuerfinanziertem Werbematerial einseitig massiv Stimmung machen und kritische Stimmen ausgrenzen. Das stimmt sehr wohl. Kurzum, weil es ihnen einfach ums Geld geht. Und das soll auf keinen Fall der Nachbar kriegen, koste es die Nachhaltigkeit. "Keine Chance für alle, mir das Meiste." Der neue olympische Gedanke frei nach dem IOC, weil es dem Nachhaltigkeitsexperten eben nicht um Nachhaltigkeit geht. Und jetzt müssen Sie ganz tapfer sein, wenn ich Ihnen sage: Es gibt keine klimaneutralen und klimapositiven Olympischen Spiele. Genauso wenig, wie es Schlümpfe in Schlumpfhausen gibt. - Dass der Senat... <i>- Natürlich gibt es Schlümpfe.</i> Ja, das war mir schon klar, dass Sie daran glauben. Dass der Senat Wortschöpfungen wie "klimapositiv" in seiner Olympia-Bewerbung verwendet, dient nur einem Ziel: Die Leute für dumm zu verkaufen. Das Ganze vor dem Hintergrund, dass Hamburg im Zukunftsentscheid dafür gestimmt hat, im geplanten Olympia-Jahr 2040 klimaneutral zu sein. Das ist maximal absurd. Aber Vorsicht: Senator Grote hat in den letzten Bürgerschaftssitzungen und auch heute gezeigt, wie er mit kritischen Meinungen verfährt. Er diffamiert sie in die Ecke, "die Koalition der schlechten Laune", grenzt aus, spaltet. Die AfD wird diesen Prozess dennoch weiterhin kritisch begleiten, auch wenn die Hamburger am 31. Mai für die Olympia-Bewerbung stimmen. Dann ist das selbstverständlich zu akzeptieren und werden wir entsprechend unterstützen. Davon halten uns auch keine Diffamierungsversuche ab.
