Markus Kranig
Sehr geehrtes Präsidium, meine Damen und Herren! Wir haben eben über Energiegemeinschaften gesprochen, über Modelle, die geprüft werden sollen, über Möglichkeiten, die vielleicht entstehen könnten. Unser Ansatz als CDU ist ein anderer. Wir wollen nicht nur prüfen, wir wollen konkret ins Handeln kommen. Und wir wollen konkret ins Handeln kommen. Und genau deshalb richten wir den Blick auf quartiersbezogene Nahwärmenetze und auf... ...und auf die Frage, wie wir diese in Hamburg systematisch voranbringen. Der entscheidende Punkt ist: Die Wärmewende entscheidet sich vor Ort, im Quartier, in den Straßen, in den Gebäuden. Und genau hier braucht es endlich Struktur, Koordination und vor allem Verbindlichkeit. Deshalb setzen wir dort an, wo die Stadt selbst unmittelbar Verantwortung trägt: bei ihren öffentlichen Gebäuden. Immer dann, wenn Heizungsanlagen erneuert, saniert oder neu gebaut werden, stellen wir eine einfache, aber entscheidende Frage: Warum denken wir diese Anlagen eigentlich nicht größer? Warum nutzen wir diese Investitionen nicht von Anfang an so, dass Sie auch das umliegende Quartier mit versorgen können? Genau das ist der Kern unseres Antrags. Wir wollen, dass künftig verbindlich geprüft wird, ob öffentliche Gebäude als Ausgangspunkt für Nahwärmenetze dienen können. Nicht zufällig, nicht im Einzelfall, sondern systematisch. Damit das funktioniert, braucht es klare Kriterien. Deshalb schlagen wir einen standardisierten Nahwärmecheck vor, ein Instrument, das sicherstellt, dass bei jeder Maßnahme strukturiert geprüft wird: Wie hoch ist der Wärmebedarf im Quartier? Welche erneuerbaren Quellen stehen zur Verfügung? Wie lässt sich das technisch umsetzen? Und vor allem: Ist das wirtschaftlich tragfähig? Das ist kein zusätzlicher Aufwand, das ist schlicht gute Planung. Meine Damen und Herren, entscheidend ist aber auch: Prüfen allein reicht nicht. Wir müssen ins Umsetzen kommen. Deshalb wollen wir gezielt Quartiere identifizieren, in denen solche Lösungen besonders sinnvoll sind. Gerade in den Stadtteilen, die keinen Anschluss an das Fernwärmenetz erhalten werden, brauchen wir konkrete Antworten. Denn eines ist klar, die Alternative kann nicht sein, dass jeder für sich alleine investiert – teuer, ineffizient und oft technisch schwierig. Nahwärmenetze bieten hier eine echte Chance. Sie bündeln Nachfrage, senken Kosten und ermöglichen den Einsatz moderner Technologien wie Geothermie, Abwärme oder Großwärmepumpen. Das ist keine Theorie, das ist praktische Energiepolitik. Ein weiterer Punkt ist die Umsetzung. Wer betreibt die Netze? Wie werden sie finanziert? Auch hier sagen wir: Das muss von Anfang an mitgedacht werden. Deshalb wollen wir gemeinsam mit den Energiewerken tragfähige Modelle entwickeln, wirtschaftlich sinnvoll und bezahlbar für die Menschen. Und wir wollen Transparenz. Die Bürgerschaft muss sehen, wo Potenziale liegen und was tatsächlich umgesetzt wird. Deshalb erwarten wir innerhalb eines Jahres konkrete Ergebnisse und erste Pilotprojekte. Meine Damen und Herren, unser Antrag ist bewusst pragmatisch. Er verspricht keine einfache Lösung, aber er sorgt dafür, dass vorhandene Potenziale endlich genutzt werden. Er bringt Struktur in die Wärmewende, er schafft Verbindlichkeit und er sorgt dafür, dass aus Planung auch Umsetzung wird. Oder anders gesagt: Während andere noch prüfen, fangen wir zu handeln an. Ich bitte daher um Zustimmung. Vielen Dank.
