Antje Hebel
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hamburger! Die Geriatrie verfolgt das Ziel, bei Senioren die körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten zu erhalten oder wiederherzustellen, falls diese durch Krankheit, Eingriffe oder einfach altersbedingt nachgelassen haben. Die SPD schreibt Hamburg hier eine Vorreiterrolle zu, was zutrifft, wenn man sich Bettendichte sowie die Vielzahl an Einrichtungen anschaut. Und auch in diesem Thema steckt wieder einmal viel Demografie. Dabei werde ich nicht müde, den Altparteien ihre über Jahrzehnte andauernde Untätigkeit und deren fatale Auswirkungen auf die Finanzierbarkeit unserer Sozialversicherungssysteme vorzuwerfen. Neben der Demografie haben wir hier aber noch mehr mit dem Umstand zu tun, dass die Lebenserwartung der Menschen stetig steigt. Im Jahr 1960 betrug sie etwa 66 Jahre bei Männern und circa 72 Jahre für Frauen. Heute erreichen Männer gut 78 Jahre und Frauen im Schnitt gut 83 Jahre. Die Menschen werden im Schnitt also über zehn Jahre älter als noch vor 66 Jahren – Tendenz steigend, wodurch immer mehr Menschen mit altersbedingten Einschränkungen zu tun haben als früher. Dem muss begegnet werden durch mehr Pflege inklusive des dafür benötigten Pflegepersonals. In Summe steht unsere Gesellschaft samt Politik vor einer schwer lösbaren Aufgabe, da der zunehmende Fachkräftemangel der Entwicklung der alternden Gesellschaft zuwiderläuft. Auch hier zeigt sich das politische Versagen: Anfang 2000 wurden sogar Stellen in der Pflege reduziert, statt zusätzlich qualifiziertes Fachpersonal im Ausland anzuwerben und für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, die den Beruf attraktiver machen. Umso besser hier einen Handlungsschwerpunkt zu setzen und die Geriatrie in Hamburg zu stärken. Das ist aber alles für die Katz, wenn wir mein Lieblingsthema, die Gesundheitsprävention, nicht anfangen, massiv aufzubauen, was altersbedingte Erkrankungen minimieren oder gar nicht erst aufkommen lassen würde. Gar nicht erst krank werden! Das muss die Devise sein. Aber der Gesundheit im Schulplan mehr Raum einzuräumen, wurde von Rot-Grün abgelehnt. Ein kostenloses und vor allem gesundes Essen für jedes Schulkind haben Sie bis heute nicht hinbekommen. Ein flächendeckendes Prämiensystem für aktive Prävention, die den Krankenkassenbeitrag senkt, auf die Idee kommen Sie nicht einmal. In dem Bereich Prävention ist Hamburg alles andere als führend. Damit es der Geriatrie nicht genauso geht, unterstützen wir den Antrag in allen Punkten. Danke.
