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Marie Kleinert

DIE LINKE 2:08 min Sitzungen 23/20

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Rund um die Reeperbahn feiern jedes Wochenende bis zu 50.000 Menschen, im Jahr 30 Millionen Gäst:innen. St. Pauli ist damit nicht nur Partymeile, sondern einer der zentralen Kulturorte dieser Stadt, mit Clubs, Livemusik, Theatern, Bars – überall Begegnungen, rund um die Uhr. Frau Abgeordnete, gestatten Sie eine Zwischenfrage? Nein, danke. Nun haben wir das Problem, dass viele Menschen mit dem Kiez nicht nur Musik und Ausgehen verbinden, sondern auch Unsicherheit, Angst vor Übergriffen und das Gefühl, damit alleine gelassen zu werden. Das Projekt "wtf – what the fear" setzt genau dort an, mitten im öffentlichen Raum, mit einem Awareness-Container auf dem Spielbudenplatz, einer digitalen Meldestelle für Übergriffe und Sensibilisierungsangeboten. Ein erster, nicht unwichtiger Aspekt dieses Containers ist die reine Präsenz und Sichtbarkeit mit Bannern und Plakaten, die überhaupt das Thema Awareness und Übergriffe mal öffentlich thematisiert. Ob man will oder nicht, das Teil ist nicht zu übersehen – gewesen. Wir wollen Strukturen, die Respekt und Sicherheit nicht als Kontrolle, sondern als Teil des gemeinsamen Feierns verstehen. Und die Zahlen zeigen, wie nötig das ist. 40 Prozent der Meldungen waren sexualisierte Grenzverletzungen, weitere 32 Prozent sexualisierte körperliche Gewalt. Über 70 Prozent der meldenden Personen waren weiblich, 23 Prozent divers. Wir als Linksfraktion fordern, dieses Projekt fortzuführen und auszubauen, und die darüber gewonnenen Erkenntnisse in ein umfassendes Schutz- und Präventionskonzept für den öffentlichen Raum auf St. Pauli einfließen zu lassen. Auch für andere Viertel kann das später nützlich sein. Liebe SPD und GRÜNE, Sie versprechen in Ihrem Hamburger Koalitionsvertrag: "Die Entwicklung von Konzepten für ein sicheres Nachtleben wird unterstützt." Dann wird es jetzt Zeit, dieses Versprechen auch einzulösen. Vielen Dank.

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