Stephan Jersch
Sehr geehrtes Präsidium! Sehr geehrte Damen und Herren! Vieles ist jetzt schon gesagt worden, auch zu später Stunde, einer Stunde, wo die Mähroboter jetzt nicht mehr fahren sollten. Aber letztendlich haben wir beim Igel tatsächlich ja die Entwicklung, dass er vom putzigen Maskottchen zum Zivilisationsopfer geworden ist. Und zwar mit dem Aufkommen der Mähroboter, die neben den Opfern, die der Igel in einer Großstadt schon auf der Straße letztendlich hat, nun auch noch in seinem natürlichen Habitat zuschlagen. Und das macht die Population deutlich kleiner. Frau Nerlich hatte ja schon die Erwähnung auf der Roten Liste erwähnt, zu Recht. Warum es in Hamburg das noch nicht ist, kann man sich natürlich jetzt noch mal fragen. Aber zumindest haben wir in Hamburg, in Bergedorf mit der Wildtierstation von LOOKI e.V. und auch die wurde schon mehrfach genannt, eine profunde Station, die sich um Wildtiere – und dazu zählen auch die Igel –, die sich um diese kleinen Stachelträger kümmert. Und die Bilanz der Opfer unter den Igeln hat auch Frau Nerlich schon sehr bildlich dargestellt. Ich möchte da jetzt drauf verzichten. Fakt ist, dass mittlerweile ein ziemlicher Anteil der verletzten oder abgegebenen Igel Opfer von Mährobotern sind. Und insofern ist es gut, dass Hamburg hier dem Beispiel anderer Städte folgt, und ein nächtliches Betriebsverbot ist definitiv deutlich überfällig. Wer, selbst wenn es ein Roboter ist, wer ist denn dazu... Oder wer mäht denn nachts noch seinen Rasen, liebe Kolleginnen und Kollegen? Früher gab es normale Rasenmäher, die man selber betreiben konnte. Also von daher, diese Zivilisationsbequemlichkeit gehört nicht in die Gärten. Schön wäre es allerdings auch, das ist ja auch angesprochen worden, wenn wir uns generell mal um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Igel kümmern. Das heißt, Hecken statt Zäune, Durchlässe, Laubhaufen in den Gärten. Wir könnten jetzt auch noch mal über die Laubbläser reden, wo die Stadt nun leider ja nichts gegen unternimmt. Aber letztendlich: Ein igelfreundliches oder ein Programm igelfreundliches Hamburg wäre angebracht, um diesen kleinen Stachelträgern dann auch gerecht zu werden. Der Antrag zeigt aber deutlich, wie wichtig eine Wildtierstation in Hamburg letztendlich ist. Nur hier sind die Probleme frühzeitig erkannt worden, und das Problem mit den Igeln wurde benannt. Und mit LOOKI e.V. bekommt Hamburg hier eine ehrenamtliche Station, die außer einigen Sondermitteln kein öffentliches Geld in Anspruch nimmt. Und darauf komme ich dann später noch mal. Und letztendlich sind meine Patengänse, meine beiden Kanadagänse auch bei LOOKI gut untergebracht. Sinnigerweise heißen sie "USA" und "Kanada" und tragen dann auch zur Verständigung bei. Tierschutz ist heute nicht nur die evidente Aufgabe, Haus- und Nutztiere zu schützen, sondern immer mehr, weil eben die Lebensräume der Tiere immer weiter dem Siedlungsdruck weichen, immer mehr auch Aufgabe für Wildtiere. Und hier müssen wir wirklich darüber nachdenken, eine Neudefinition des Tierschutzes und auch der Aufgaben der Stadt zu definieren. Denn wir vertreiben die Tiere aus ihren Habitaten dadurch, dass wir Siedlungsraum nutzen. Und gleichzeitig werden die Tiere von uns Zivilisationsopfer in der Stadt. Da braucht es deutlich mehr Unterstützung, und die ist, was LOOKI e.V. angeht, bisher ehrenamtlich. Und ich denke, Tierfutter, die Gehege und die Pflege kosten die Stadt allerhöchstens mal die kleinen Sondermittelbeiträge. Und letztendlich: Eine Fortsetzung der üblichen Tierschutzpolitik geht nicht weit genug. Das ist nicht nachhaltig. Wir müssen die Wildtiere mit in den Katalog der zu schützenden oder von der Stadt zu finanzierenden Tiere mit aufnehmen. Das haben diese Tiere letztendlich... Gerade weil wir sie aus ihrem Lebensraum vertreiben, wäre es ein gutes Zeichen, wenn das die Stadt endlich mal als Aufgabe annimmt. Und insofern werden wir zustimmen. Super.
