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Dr. Tim Stoberock

SPD 4:21 min Sitzungen 23/12

Ja, Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, wir reden ja heute über das Alter, und etwas mehr von der Weisheit des Alters hätte man sich ja gerade von den Kolleginnen und Kollegen der CDU-Fraktion gewünscht. Das Verhalten war ja eher kindisch. Aber Sie alle kennen sicherlich das Rätsel der Sphinx: "Wer hat am Morgen vier Beine, am Mittag zwei Beine und am Abend drei Beine?" Die Antwort ist natürlich der Mensch, der am Lebensmorgen auf allen Gliedmaßen krabbelt, in der Lebensmitte dann auf zwei Beinen geht und am Lebensabend einen Stock zum Gehen zu Hilfe nehmen muss. Und auch noch nach Tausenden Jahren nach Entstehung der Ödipus-Sage wissen wir, dass das Altern uns alle betrifft. Manche sind vielleicht selber im fortgeschrittenen Alter, andere haben Eltern, die gerade älter geworden sind, viele andere haben Großeltern, die auf Unterstützung angewiesen sind. Und irgendwann stehen wir alle an diesem Punkt. Das zeigt einmal mehr, dass Hamburg eine Stadt für alle Generationen sein muss. Schon jetzt ist fast jeder fünfte Hamburger über 65 Jahre alt, und durch den demografischen Wandel wird der Anteil noch deutlich zunehmen. Und wir wollen in einer Stadt leben, in der sich alle wohlfühlen, egal ob sie gerade die ersten Schritte gehen, mitten im Berufsleben stehen oder schon das fortgeschrittene Alter erreicht haben. Und genau das ist der Kern des Aktionsplanes "Age-friendly City – für ein altersfreundliches Hamburg". Besonders wichtig ist mir dabei, dass eine altersfreundliche Stadt eben keine Klientelpolitik ist oder Politik zugunsten der einen Generation und zulasten einer anderen, sondern von den über 100 konkreten Maßnahmen aus dem Bereich Stadtentwicklung, Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Teilhabe, andere wurden ja schon genannt, profitieren letztendlich alle Menschen in dieser Stadt. Ein paar Beispiele möchte ich nennen, wie die Barrierefreiheit. Die ist für einige für uns unbedingt erforderlich, für viele ein richtiger Mehrwert, aber eben für uns alle auch eine Erleichterung. Und genau deshalb wollen wir eben auch die Seniorentreffs auf Dauer stärken, innovative Wohnformen fördern und mit ganz vielen kleinen konkreten Schritten den Alltag vieler älterer Menschen in dieser Stadt spürbar zum Besseren verändern. Doch klar ist... Doch klar ist: Ein Plan allein reicht nicht. Die Älteren von uns werden sich vielleicht noch an die Olsenbande erinnern: "Ich habe einen Plan!" Der Plan allein reicht nicht, sondern es muss eben auch die Umsetzung klappen. Und genau deshalb ist das Monitoring so wichtig, was wir mit diesem Antrag beschließen wollen. Nur wenn wir die Maßnahmen auch regelmäßig überprüfen, dann können wir die Fortschritte auch wirklich sichtbar machen und da nachsteuern, wo es hakt, und die Bedürfnisse älterer Menschen dabei dauerhaft im Blick behalten. Das Monitoring bedeutet dabei: Verbindlichkeit schafft Vertrauen. Und wir wollen deshalb, es wurde gesagt, im Dreijahresrhythmus regelmäßig Berichte vorlegen, die den Umsetzungsstand dokumentieren. Und ganz wichtig ist mir dabei auch, dass wir die Seniorenbeiräte aktiv einbinden, denn niemand kann selber besser beurteilen, ob Hamburg altersfreundlicher wird, als die Menschen, die ihre eigene Lebenserfahrung da mit einbringen. Und weil wir in Hamburg eben auch nicht alleine auf der Welt sind, sind wir jetzt, das wurde bereits gesagt, als erste deutsche Millionenstadt Teil des weltweiten Netzwerks "Age-friendly Cities" der WHO geworden. Das bedeutet, wir können uns mit über 1.700 anderen Städten weltweit austauschen. Wir lernen von erfolgreichen Konzepten aus Wien, aus Kopenhagen, aus Toronto und können eben auch selber zum Vorbild werden und das, was wir zum Guten gestaltet haben, an andere Städte weitergeben. Und deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Aktionsplan ist eben kein Papier für die Schublade, was wir dann am Weltseniorentag hervorreichen können, sondern es ist ein Fahrplan für unsere Stadt, in der Älterwerden eben nicht nur mit Hürden, sondern auch mit Chancen verbunden ist, damit Teilhabe und Respekt und Selbstbestimmung auch im Alter für alle Menschen selbstverständlich sind. Und deshalb wollen wir eben mit diesem Monitoring sicherstellen, dass wir heute beschließen, was auch morgen umgesetzt wird, zum Wohl sowohl der heutigen als auch der kommenden Generationen. Dafür bitte ich um Ihre Unterstützung. Ganz vielen Dank.

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