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Antje Hebel

AfD 3:00 min Sitzungen 23/11

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hamburger. Grau ist alle Theorie. Daher sehen die Beleghebammen beziehungsweise der Verband deutscher Hebammen den neuen Hebammenhilfe-Vertrag und die darauf basierenden Modellrechnungen der GKV hinsichtlich der zukünftigen Verdienstmöglichkeiten kritisch. Denn die theoretischen Modellrechnungen, die dem Vertrag zugrunde liegen, spiegeln nicht die gelebte Praxis wider, in welcher Hebammen in Kliniken im Regelfall mehrere Schwangere betreuen. Richtig, das ist nicht gewünscht. Die 1:1-Betreuung ist unbestritten die beste und von allen Beteiligten gewünschte Betreuungsform. Diese gilt es in der Tat anzustreben. Es ist jetzt aber der falsche Ansatz, über die Bezahlung für die Beleghebammen ein Bestrafungssystem einzuführen, wenn diese mehr als eine Schwangere betreuen, damit die 1:1-Betreuung gelebt werden kann. Es ist sogar ein wenig perfide, dass man durch die tägliche Praxis entstehende Zwangslagen ausnutzt. Die Praxis verlangt nämlich von den Hebammen die Bereitschaft, auf Knopfdruck Leistung und Verantwortungsübernahme zu zeigen, indem sie jetzt auf gleich zwei oder drei Schwangere gleichzeitig betreuen müssen, was dann durch den den Hebammenhilfe-Vertrag abgestraft werden soll. Geburten sind aber nicht planbar. Die zeitgleiche Betreuung von mehreren Schwangeren ist der Regelfall. Oder soll die Beleghebamme die Betreuung einer zweiten Schwangeren etwa verweigern? Natürlich undenkbar. Um eine 1:1 Betreuung zu erreichen, wäre der einfachste Weg, mehrere Hebammen pro Schicht zu beschäftigen. Zum einen steht der Fachkräftemangel dagegen, der nicht vom Himmel gefallen ist, sondern durch die Untätigkeit der vergangenen Bundesregierung maßgeblich verschärft wurde. Zum anderen gibt es bei dieser Lösung aber auch wohl Bedenken, um nicht Widerstand zu sagen, von denen, die das dann zahlen müssten. Ja, richtig, alles muss irgendwie bezahlt werden, und es muss sich auch alles rechnen. Aber das würde hier auch der Fall sein. Es rechnet sich, denn wir sprechen von der Zukunft unseres Landes, unserem Nachwuchs. Egal ob in Bildungsfragen oder wenn es um die Geburt geht: Jeder in diesem Bereich gezahlte Euro zahlt sich aus, auch wenn kein Controller der Welt das belegen oder nachvollziehen kann. Und wenn das so ist, sollten wir immer zuerst aufs Geld schauen? Wäre es nicht angebrachter, sich danach auszurichten, was geboten und erforderlich ist, statt Sparansätze zu suchen? Sparpotenzial gibt es bei sinnlosen Subventionen, beim aufgeblähten Staatsapparat oder Steuergeldgeschenken. Wir können den Unmut und die Existenzängste der Beleghebammen nachvollziehen. Wir glauben, dass der Schiedsspruch hier wenig salomonisch und sagen wir praxisorientiert war und fordern Nachbesserungen. Wir stimmen daher dem vorliegenden Antrag in allen Punkten zu.

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