Nils Hansen
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Da ich durch einen glücklichen Zufall in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, durfte ich meine Kindheit und Jugend verbringen, ohne Sorgen vor oder ohne mir Sorgen machen zu müssen um Frieden, um Freiheit, um Sicherheit. Krieg kannte ich als Kind und Jugendlicher vor allem aus den Nachrichten, aus dem Schulbuch, und die Erzählungen meiner Großeltern wirkten weit weg. Deshalb ist es für mich aber ein sehr beklemmendes Gefühl als Abgeordneter, als Lehrer, aber auch als Vater von drei kleinen Kindern, dass heute für die Menschen, die heute Kinder und Jugendliche sind, Frieden, Freiheit und Sicherheit eben nicht mehr die Selbstverständlichkeit ist, wie sie vielleicht in meiner Jugend war. Und wenn junge Schülerinnen und Schüler zu mir kommen und uns fragen: "Kommt ein Krieg auch zu uns?" Und ich sag's Ihnen ganz offen: Ich persönlich hab ein wenig Angst vor dem Tag, wo ich diese Frage meinen Kindern beantworten muss. Ich finde, es ist unsere Verpflichtung, diesen Sorgen der Kinder zu begegnen. Und da können tatsächlich auch Jugendoffiziere und die Bundeswehr eine große Rolle spielen, indem wir politische Bildung betreiben, indem wir auch mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr über Sicherheitspolitik sprechen, indem sie ihr Erfahrungswissen teilen, indem sie auch darüber informieren, wie zum Beispiel die NATO, die Bundeswehr oder Ähnliches funktionieren und aufgebaut ist. Schon jetzt ist diese Zusammenarbeit im Rahmen der selbstverantworteten Schule möglich, wird auch angenommen, und das ist auch ein gutes Zeichen. Es ist uns wichtig, dass wir hier nicht nur übereinander sprechen, sondern auch miteinander, und dass wir die Deutungshoheit gerade bei diesem Thema Sicherheit und wenn es um Frieden geht, nicht den Menschen überlassen, die die Sorgen junger Menschen für ganz andere Zwecke missbrauchen und instrumentalisieren wollen. Sie haben es richtig gesagt: Elf Bundesländer haben bereits eine solche Kooperationsvereinbarung. Der Senat hat uns mitgeteilt, dass bereits Gespräche mit dem Ziel, eine solche Kooperationsvereinbarung zu treffen, terminiert sind und noch in diesem Jahr stattfinden sollen. Der Antrag der CDU geht deshalb nicht über das Senatshandeln hinaus, sondern entspricht diesem, weil eben diese Kooperationsvereinbarung schon angestrebt wird. Bringt uns dann deshalb nicht weiter, so dass wir ihn deshalb an dieser Stelle ablehnen. Dennoch möchte ich der CDU dafür danken, dass das Thema heute hier angesprochen wird und dass wir, wenn es um die politische Bildung in Sicherheitsfragen geht, mit der Perspektive auf junge Menschen hier inhaltlich an einem Strang ziehen und demokratisch auf der gleichen Seite stehen. Herzlichen Dank.
