Dr. Anke Frieling
Herr Präsident, meine Damen und Herren. Vorausgeschickt: Wir haben gar nichts gegen Ihren Antrag und werden zustimmen, denn wir benötigen dringend den Ausbau der Kapazitäten für das Auszubildenden-Wohnen und für die Studierenden. Bekanntlich ist die Situation an vielen Studienorten in Deutschland schlecht, aber halt nirgends so schlecht wie in Hamburg. Und das... Hamburg ist dabei seit Jahrzehnten das Schlusslicht in Deutschland. In 2019 haben Sie ja schon mal Anlauf genommen, um das zu verbessern. 2.000 Plätze insgesamt, 1.400 für Studierende, 600 für Auszubildende waren geplant. Wir haben jetzt September 2025, und Sie haben keinerlei Aussicht darauf, Ihre Ziele zu erreichen. Der Zuwachs an Wohneinheiten bisher ist nicht der Rede wert. Studierende und Auszubildende suchen weiterhin fast schon verzweifelt nach einer Unterkunft, gerade jetzt wieder. Und was machen Sie nun? Sie setzen sich mit der heute vorliegenden Drucksache noch ambitioniertere Ziele, die Sie dann noch grandioser verfehlen können. 3.000 Plätze für Studierende plus 3.000 Plätze für Auszubildende bis zum Jahr 2030 – das ist in fünf Jahren –, das wollen Sie sich heute verbindlich vornehmen. Viel Glück und viel Erfolg! Denn eigentlich wissen wir und Sie, was Sie bis 2030 fertig haben wollen, muss heute in der Pipeline sein, am besten schon baugenehmigt. Und das ist es nicht, das wissen wir auch hier im Raum alle. Ihre alte Liste für die Zweitausenderzahl erhält alleine 600 Plätze in Oberbillwerder und in der Science City Bahrenfeld. Ob da in 2030 überhaupt schon eine einzige Wohnung steht, da kann man noch lange unsicher sein, so. Um Ihre Ziele zu erreichen, soll jetzt – unter Punkt 1 – der x-te Arbeitskreis in dieser Stadt eingerichtet werden. Sie machen also im gewohnten "Tempo" weiter. Zusammengefasst: guter Plan, schöner Antrag, Aussicht auf Realisierung gleich Null. Wenn 2030 von diesen 6.000 vielleicht 1.000 Wohneinheiten realisiert wurden, ist das für hiesige Verhältnisse schon wirklich gut gelaufen. Vielleicht hören Sie einfach mal auf, den Bürgern und Bürgerinnen dieser Stadt Sand in die Augen zu streuen. Vielen Dank!
