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Olga Fritzsche

DIE LINKE 4:53 min Sitzungen 23/8

Vielen Dank, Herr Präsident. Ja, Kolleginnen und Kollegen, wie geht es Ihnen so bei der Wärme? Also ich sehe sehr viele wedelnde Fächer, mir ist auch echt heiß. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass bei Temperaturen über 35 Grad es einfach jedem heiß ist. Das ist ganz normal. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass jeder Mensch, der kein Dach über dem Kopf hat, wirklich Gesundheitsgefahren unterliegt bei diesem Wetter, die man nicht kleinreden kann. Also man nicht einfach sagen kann, es ist Sommer, sondern das ist lebensbedrohlich. Und dieser Klimawandel, der wird in der Zukunft zu häufigeren Hitzewellen führen. 2022 hatten wir Temperaturen um die 40 Grad. Und das wird keine Ausnahme bleiben. Das wissen Sie und das weiß ich. Und die Gesundheitsgefährdung für besonders für obdachlose Menschen wird nicht weniger, sondern die wird mehr werden. Die Empfehlungen der Stadt bei Hitze kann man mal zum Beispiel auf einer Suchmaschine ihrer Wahl nachschlagen. Es ist kühle Orte aufsuchen, viel Wasser trinken, möglichst Sonnenschutz immer einsetzen. Und das ist aber alles unmöglich, wenn Sie kein Dach über dem Kopf haben. All diese Empfehlungen, die können Sie überhaupt gar nicht beherzigen. Insofern ist nicht mal Selfcare möglich, aber jemand anders hilft Ihnen leider auch nicht. Es gibt keine oder zu wenig öffentliche Rückzugsorte, an denen Obdachlose akzeptiert sind, die sie aufsuchen können. Es gibt zu wenig Trinkwasserspender.keine Sanitäranlagen, die zuverlässig zugänglich sind. Deswegen vermeiden viele Obdachlose das Trinken und dehydrieren ohnehin schon. Aber bei diesen Temperaturen ist das eben eine Situation, die lebensbedrohlich wird. Und wenn Sie all Ihre Haare am Körper tragen, dann können Sie nicht mal leichte Kleidung im Sommer tragen, sondern dann werden Sie sozusagen rund ums Jahr eigentlich zu dick irgendwie angezogen sein. Diese Folgen, von denen ich spreche, sind Dehydrierung, sind Wundinfektionen, sind Kreislaufzusammenbrüche. Und diese Wundinfektionen sind kein Spaß. Sie können gerne mal bei den Krankenstuben oder bei den Hilfseinrichtungen für Obdachlose nachfragen, wie die Situation da ist, was die Menschen für Verbrennungen erleiden. Einfach nur von der ganz normalen Sonne, der sie schutzlos ausgesetzt sind. Die Existenz eines Hitzeaktionsplanes, den ja Hamburg hat, ist durchaus positiv. Nur wenn wir da reingucken, dann ist da sogar die Situation Obdachloser benannt. Aber wir finden keine adressierten Maßnahmen für obdachlose Menschen. Stattdessen freiwillige Lösungen, Refillstationen, Appelle. An Cafés, es gibt relativ prominent die Erwähnung von freiwilligen ehrenamtlichen Hilfen. Das ist doch nur ein Feigenblatt. Was ist das denn für eine Hilfe? Wie kann man denn so eine Ausrede in so einem Plan benennen, ohne tatsächlich eine einzige Hilfemaßnahme, die wirklich funktioniert, dort zu benennen? Es sind Strukturen nötig und nicht ein Einzelneinzel.Daseinsvorsorge ist einfach die Aufgabe unserer Stadt. Und bisher lässt die Stadt die Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, wirklich im Stich komplett in diesen Hitzesituationen. In Berlin und in Bochum und anderen Großstädten gibt es Hitzeschutz für Obdachlose. Warum geht es in Hamburg nicht? Ich habe dafür überhaupt gar kein Verständnis. Eine Klimaanpassung in einer großen Stadt muss alle meinen. Und vor allen Dingen auch die Menschen ohne Lobby und auch jene, die sonst im Sommer einfach sterben. Und die sterben ohnehin schon viel früher, aber jetzt sterben sie einfach auch noch an diesen Hitzeereignissen. Und das ist meiner Meinung nach unterlassene Hilfeleistung. Und das können wir so nicht zulassen. Wir brauchen einfach mehr koordinierte, frei zugängliche Wasserstellen. Wir brauchen kühle Orte, die zugänglich sind. Wir brauchen mehr Unterkünfte, auch im Sommer, die wirklich aufgesucht werden können. Wir brauchen diese Schutzeinrichtungen, die im Winternotprogramm einen Erfrierungsschutz bieten. Okay, dann sollten Sie wenigstens im Sommer auch einen Schutz vor dieser Hitze, vor dieser brutalen Hitze bieten, sodass Sie nicht sterben, weil Sie einfach 35 Grad in der Sonne aushalten müssen und keine Alternative besteht.So, ein kleines bisschen kennen wir ja das Spiel schon. Jetzt kommen Sie und sagen, dass Sie eigentlich schon alles Menschenmögliche tun. Und wir überweisen den Antrag in den Ausschuss. Und da reden wir dann auch nochmal drüber. Ich würde sagen, vielleicht können Sie einfach das mal sacken lassen und sagen, dass es einen Schutz braucht und dass es an dieser Stelle wirklich die absolut unterste Schiene ist, dass ein Anspruch auf Schutz für Obdachlose vor Hitze besteht und dass die Stadt dem nachkommen muss. Und dann können wir im Ausschuss darüber reden, wie wir das herstellen.

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