Markus Kranig
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, viel hat Herr Järsch schon gesagt. Es ging um widersprüchliche Flächenzahlen, es ging um alte Versprechen und neue Verzögerungen. Lassen Sie mich deshalb den Blick schärfen für das Grundproblem. Die Umweltpolitik des rot-grünen Senats krankt nicht an zu wenig Daten, sie krankt an zu wenig Verbindlichkeit. Seit Jahren wird der Waldfunktionsplan angekündigt, das wurde schon gesagt. Jetzt soll er vielleicht 2027 kommen. Viele Jahre Stillstand, obwohl Waldschutz erklärtes Ziel ist. Das hat mit Planung nichts zu tun, das ist Arbeitsverweigerung auf Raten.Selbst dort, wo Schutzgebiete ausgewiesen wurden, fehlt ein erkennbares Konzept. Bannwälder in einigen Bezirken sind gut, aber was ist mit Altona, mit Eimsbüttel und mit Hamburg-Nord? Wälder kennen keine Bezirksgrenzen. Ein Flickenteppich aus Einzelmaßnahmen ersetzt keine Strategie. Meine Damen und Herren, das zentrale Versäumnis liegt an einem Punkt. Der Senat ist nicht bereit, den Zustand unserer Wälder systematisch zu erfassen. Er erfasst ihn nicht digital, er erfasst ihn nicht dauerhaft und damit ist der Zustand auch nicht steuerbar. Wer aber nicht weiß, was er kann, kann es auch nicht schützen. Darum sagen wir als CDU ganz klar, Hamburg braucht endlich ein belastbares Waldmonitoring.Wir wollen kein Sammelsurium aus alten Tabellen und Schätzungen. Wir brauchen verbindliche Standards für Schutz, Pflege und Wiederaufforstung. Diese Standards dürfen nicht dem Zufall abhängen. Und schon gar nicht dürfen sie von Haushaltsresten der Bezirksämter abhängen. Wir brauchen eine Umweltpolitik, die auf belastbare Zahlen setzt. Keine Politik, die auf politische Schlagzeilen setzt. Waldschutz darf keine Symbolpolitik sein, sondern muss konkret, überprüfbar und flächendeckend sein. Vielen Dank.
