Dr. Anke Frieling
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist schon interessant. Die Linke glaubt, das Wohnungsproblem zu lösen, indem der Staat Wohnungen aufkauft. Die AfD glaubt nun, es würde irgendwie helfen, Sagerwohnungen an Mieter zu verkaufen. Entstehen dabei mehr Wohnungen? Nein, in keinster Weise. Noch viel schlimmer. Es entsteht noch nicht mal eine Motivation, Wohnungen zu bauen, wenn die Wohnungswirtschaft sieht, mit welch unsichtssinnigen Maßnahmen der Staat in ihrer beider Vorstellung beim Thema Wohnungsnot agieren soll. Denn das, was wir jetzt brauchen, sind doch einfach mehr Wohnungen, sind zusätzliche Wohnungen zu bezahlbaren Preisen. Bezahlbar in der Miete oder auch im Erwerb. Das ist die Entscheidung jedes Einzelnen in unserem Land, in unserer Stadt, wer das dann gerne handhaben möchte. Zu CDU-Zeiten standen ja schon mal Sagerwohnungen zum Verkauf. Und ich kann Ihnen sagen, viele sind glücklich, dass sie damals die Gelegenheit genutzt haben. Aber, das ist jetzt wichtig, das war Anfang der 2000er Jahre, in einer Zeit, in der Hamburg kaum gewachsen ist. Durchschnittlich zogen zwischen 1987 und 2011 jährlich 80.000 Personen weg nach Hamburg und 75.000 weg aus Hamburg. Die Einwohnerzahl hat sich kaum erhöht in diesen Jahren. Damals konnte das in einer gewissen Weise Sinn machen. Und wie gesagt, die Leute sind froh darüber. Das sieht doch jetzt komplett anders aus. Wenn Sie jetzt noch Wohnungen aus dem Besahlwagelbestand verkaufen, wie gesagt, mit der entsprechenden Niespreismeldung, dann finden noch weniger Menschen. Und noch weniger Menschen haben eine Chance.Also Ihr Vorschlag hilft überhaupt nichts bei den Problemen dieser Zeit und wir lehnen ihn ab.
