landtag-bw.de ↗

Carola Wolle

AfD 07.10.2026 Sitzungen 18/12

Vielen Dank für das Zulassen der Frage. – Es ist ja so: Ja, das sind alles unsere Kinder und, wenn sie gut ausgebildet sind, hoffentlich unsere zukünftigen Fachkräfte, die wir dringend brauchen. Aber Tatsache ist ja, dass die Kinder der Migration ein deutlich schlechteres Ergebnis in Rechnen, Lesen und Schreiben haben, wie Herr Hörner es gerade beschrieben hat. Es zeigt sich auch, dass die Aktionen, die Aktivitäten, die da im Moment laufen, nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen, sodass die Kinder quasi abgehängt werden und dann eventuell auch beruflich abgehängt werden. So soll das aber nicht sein. Was wollen Sie denn noch besser machen, damit die Kinder, alle Kinder in unserem Land, gut ausgebildet sind und der Gap geschlossen wird? Das muss dringend geschehen. Danke. Minister für Kultus Andreas Jung: Es gibt Initiativen. Dazu zählen Dinge, die erst einmal greifen müssen. Wir wollen – ich habe es gerade schon gesagt – noch früher ansetzen. Wir wollen, dass man die Frage stellt – wir sind gerade in der Diskussion dieser Prozesse –, ob wir schon ab dem dritten Lebenseriode – 12. Sitzung – Mittwoch, 7. Oktober 2026 jahr erkennen können, dass jemand nicht gut genug Deutsch spricht. Im Übrigen: Ja, das betrifft Kinder mit Migrationshintergrund, das betrifft aber auch Kinder aus Familien, die schon immer hier leben. Es gibt auch andere Gründe und Ursachen für Probleme. Eine Ursache ist beispielsweise Social Media bei Eltern und Kindern. So wollen wir hier und in anderen Bereichen vorangehen. Vorhin hatte ich Ihre Frage noch nicht beantwortet, was wir tun wollen, um das Elternhaus noch stärker ins Boot zu holen. Es gilt beides: Wir müssen bei dem, was wir in unserer Politik für Kitas und Schulen machen, bestmögliche Perspektiven schaffen, aber das funktioniert nur gemeinsam mit dem Elternhaus. Wir müssen werben und sensibilisieren, beispielsweise zum Thema Handy. Wir diskutieren hier jetzt über die Umsetzung unseres Vorhabens, eine Handypause einzuführen. Das wird jedoch insgesamt nur dann erfolgreich sein können, wenn es auch im Elternhaus eine Sensibilität dafür gibt, damit es nicht nach der letzten Schulstunde zu Hause intensiv mit dem Handy im Kinderzimmer weitergeht. Dazu müssen wir sensibilisieren. Dazu gibt es auch schon heute Formate, beispielsweise Elternabende, digitale Angebote, aber die müssen wir ausbauen. Beispielsweise gibt es in den Startchancen-Schulen Elterncafés, mit denen Angebote geschaffen werden, wo abseits der üblichen Elternabende Eltern erreicht werden können, die bisher nicht automatisch zu einem Elternabend gekommen sind, wo man Kaffee trinkt und über die Schule spricht. Diese Angebote müssen wir verstärken. In den Startchancen-Schulen gibt es diese Angebote schon, und nun diskutieren wir darüber, diesen Gedanken der Startchancen-Schule in den Bereich der Kitas zu übertragen, und zwar anlässlich des Prozesses zu dem Bundesgesetz „Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz“. Da müssen wir einfach unterschiedliche Wege gehen. Ein wichtiger Weg ist aber die gesellschaftliche Debatte, die wir nicht zuletzt hier an diesem Ort, im Landtag, führen, mit der klaren Botschaft: Zu einem gelingenden Bildungsweg kann der Staat seinen Beitrag leisten, aber das geht nur gemeinsam mit dem Elternhaus. Deshalb brauchen wir hier einen guten Dialog und auch so etwas wie eine neue Partnerschaft.

Alle Reden von Carola Wolle Protokoll ↗