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Jochen Haußmann

FDP 05.02.2026 Sitzungen 17/141

Einfach alles runterlesen, dann ist gut! – Heiterkeit des Abg. Thomas Dörflinger CDU) – Genau. – Die Fragestellung geht von einem deutlich steigenden Kokainkonsum in Baden-Württemberg aus. Hierzu kann zwar festgehalten werden, dass Kokain und Crack empirisch auch in Baden-Württemberg an Bedeutung gewinnen, aber die statistische Datenlage dennoch einfach nicht aussagekräftig ist. Die Ergebnisse der baden-württembergischen Zusatzerhebung zum Epidemiologischen Suchtsurvey werden demnächst veröffentlicht. Ich denke, das wird die Kenntnislage verbessern. Herr Kenner, da müssen Sie jemanden beauftragen, noch mal nachzufragen, wenn die Daten dann vorliegen. Vielleicht berichtet man im Sozialausschuss auch mal so darüber. Neuere Entwicklungen nehmen wir ernst. Entwicklungen betreffend Kokain und Crack werden laufend in den hierfür zuständigen Gremien – das sind z. B. die LAG Sucht, die AG Prävention, die AG Substitution, die Arbeitsgruppe Qualitätsorientierung in der Suchtprävention oder die LAK Glücksspielsucht – sowie auch auf Bundesebene mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren beobachtet und erörtert. Sie fragen nach Strukturen der Suchtprävention und der Suchthilfe. Das Land fördert die Suchthilfestrukturen mit rund 15 Millionen € jährlich für psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtgefährdete und Suchtkranke und Kontaktläden sowie für Beauftragte für Suchtprävention und kommunale Suchtbeauftragte. Im Doppelhaushalt 2025/2026 konnten die Mittel um 4,8 Millionen € gesteigert werden, um die Landeszuschüsse für Suchtberatungsstellen und kommunale Suchtbeauftragte zu erhöhen. (Staatssekretärin Dr. Ute Leidig) Es gibt kommunale Suchtbeauftragte, Suchtberatungsstellen und Kontaktläden, kommunale Netzwerke für Suchtprävention und Suchthilfe in allen Stadt- und Landkreisen. Suchtprävention zielt darauf ab, Lebenskompetenzen zu stärken, und umfasst regelmäßig alle Suchtformen. In Baden-Württemberg werden evaluierte und qualitätsgesicherte Programme für die verschiedenen Zielgruppen und Settings angeboten. In Bezug auf Harm Reduction – Sie wissen Bescheid – sind die niedrigschwelligen Hilfsangebote für Überlebens- und Ausstiegshilfe wie Kontaktläden, Streetwork, Substitution, Drogenkonsumräume und der Einsatz von Naloxon als Gegenmittel bei Drogennotfällen besonders wichtig. Drogenkonsumräume gibt es in Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart. Die Entscheidung für die Eröffnung eines Drogenkonsumraums liegt in der Verantwortung der Kommune. Das Land hat mit der Drogenkonsumraumverordnung seit 2019 eine Rechtsgrundlage; da waren Sie mit involviert. (Abg. Andreas Kenner SPD: Genau!) Sie sehen: Wir beobachten, wir besprechen Entwicklungen mit einem Netzwerk von Expertinnen und Experten, und wir stärken die Suchtprävention wie auch die Suchthilfe. Das tun wir nach bestem Wissen und Gewissen.

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