Dr. Natalie Pfau-Weller
Es ist immer schlecht, wenn man Kritik nicht vertragen kann. Aber wir können trotzdem daran arbeiten. (Beifall bei der CDU – Vereinzelt Beifall bei der FDP/DVP – Lachen bei den Grünen – Zurufe) – Nein, ich lasse keine Zwischenfragen zu. – Als Teil der Antragskommission bin ich bei den ganzen Vorberatungen dabei gewesen. Wir, die Antragskommission, schlagen auch vor, diesen Antrag in geänderter Fassung dem Bundesparteitag – der der richtige Ort ist, das zu diskutieren – vorzulegen und ihn dort zu diskutieren. Es wird also eine geänderte Fassung geben. Nichtsdestotrotz finde ich es etwas schade. Es ist Wahlkampf, ja. Es ist mein erster Nicht-Corona-Wahlkampf. Aber ich finde es sehr schade, dass dieses Thema heute genommen wird, um die ursprünglichen Ursachen zu verschleiern, die es wirklich anzugehen gilt. Das sind unterschiedliche Sachen. Denn wenn ich überlege, was Menschen wirklich davon abhält, in Vollzeit zu arbeiten, dann ist das einfach die verlässliche Kinderbetreuung. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der CDU und der FDP/DVP – Zurufe von der SPD: Ja!) ode – 141. Sitzung – Donnerstag, 5. Februar 2026 Es ist so: Wenn die Eltern morgens eine Nachricht vom städtischen Kindergarten bekommen, dass es beispielsweise eine Teilschließung gibt, dann ist es ein Problem. Dann sagt irgendwann mal der Arbeitnehmer: „Schwierig, wie soll ich das meinem Chef vermitteln?“ Das ist ein Problem. Wir brauchen eine verlässliche Kinderbetreuung von den Krippen über die Kindergärten (Zuruf des Abg. Raimund Haser CDU) und dann auch eine qualitativ wirklich hochwertige Ganztagsbetreuung bei Grundschulen und weiterführenden Schulen. (Abg. Andreas Deuschle CDU: Endlich mal Subs- tanz! Sehr gut!) Dann kann man auch als Mutter, als Eltern guten Gewissens wirklich arbeiten gehen. (Abg. Sascha Binder SPD: Dann machen Sie es doch!) Das ist das wesentliche Problem der Eltern. (Beifall bei der CDU – Abg. Sascha Binder SPD: Ein- fach mal machen! – Zuruf des Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP) Im Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmern hört man: In Branchen besteht oft das Problem, dass es an Vorbildern fehlt. Ich hatte am vergangenen Dienstag einen Unternehmerinnen-Stammtisch mit Handwerkerinnen, die sagten: Sobald die Chefin in dem Betrieb arbeitet, ist das für junge Frauen ein Vorbild. Das ist gut, weil dann viele junge Frauen vielleicht doch eher diesen Beruf ergreifen und sich beispielsweise durch Mentoringprogramme eher in dem Betrieb aufgehoben fühlen und auch eine Aufstiegsmöglichkeit sehen. Wir müssen also auch schauen, dass es weibliche Vorbilder gibt, dass wir eher die Geschlechterstereotype aufbrechen. Das ist wichtiger als ein Antrag. (Beifall bei der CDU) Wenn Frauen in Teilzeit arbeiten – egal, aus welchen Gründen –, besteht für sie ja leider das Problem, dass sie dadurch einen geringeren Rentenanspruch erwerben. Das ist ein wirkliches Problem für Frauen. Und wir müssten angesichts der jetzigen Wirtschaftslage überlegen – – In vielen Branchen gibt es ja gerade das Problem eines Mangels an Fachkräften. Natürlich wäre es da optimal, wenn Frauen – sofern die entsprechenden Rahmenbedingungen vorliegen – dann freiwillig aufstocken würden. Natürlich, das liegt auf der Hand. Das wäre für die Wirtschaft in unserem Land gut. Aber ich finde, wir haben hier die Verantwortung, dass wir, die Politik, gemeinsam mit Wirtschaft und Gesellschaft die Rahmenbedingungen verbessern, anstatt hier Schaufensterreden zu halten. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU sowie Abgeordneten der FDP/ DVP und der AfD)
