Dr. Hans-Ulrich Rülke
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Vorgeschichte dieses Gesetzentwurfs hat beim Landesbauerntag Ende 2025 begonnen. Da ging es um die Frage, inwieweit Wolf, Biber und Saatkrähe im Jagdrecht besser aufgehoben wären als in dem bisherigen Schutzstatus. Bei dieser Diskussion haben die Bauernvertreter deutlich gemacht, welche Schäden ihnen durch eine wachsende und zunehmend nicht mehr kontrollierbare Population dieser drei Tierarten entstehen. Bei der Diskussion hat Kollege Hagel dann deutlich gemacht – ich zitiere ihn –, Blei und Schrot würden da durchaus helfen. Zu meinem großen Erstaunen hat der Spitzenkandidat der Grünen ihm an dieser Stelle recht gegeben. Insofern ist es, denke ich, konsequent, wenn Konsens herrscht – wir sehen es nämlich auch so, und auch der Vertreter der SPD hat sich beim Bauerntag so geäußert –, dann auch zur Tat zu schreiten und den Schutzstatus zu reduzieren. Jetzt haben wir feststellen dürfen: Beim Wolf ist schon ein bisschen geschehen. Offensichtlich soll jetzt auch zur Tat ge- (Dr. Hans-Ulrich Rülke) schritten werden. Denn pünktlich am Tag vor der Einbringung dieses Gesetzentwurfs wurde einer erstaunten Öffentlichkeit mitgeteilt, ein Wolf solle nun geopfert werden. Ich weiß nicht, ob Sie den richtigen Wolf im Blick haben. Es gibt ja weiter südlich einen, der deutlich mehr Schafe auf dem Kerbholz hat. Der Kollege Wolf muss möglicherweise auch fürchten, weil es die Landesregierung noch nicht so richtig im Griff hat, welchen Wolf sie denn da vor die Flinte nehmen möchte. Insofern: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. (Zuruf: Sechs Rinder!) In der Vergangenheit gab es bei den Inka und Azteken Menschenopfer, um die Götter zu besänftigen. Jetzt gibt es offensichtlich ein Wolfsopfer, um die Bauern zu besänftigen und dafür zu sorgen, dass der Spitzenkandidat der Grünen nicht Lügen gestraft wird. Ich vermisse im Übrigen die „Wolf-zum-Abschuss-Freigeberin“, die Umweltministerin. Heute Morgen war sie noch im Plenum. Gestern hat sie einen Wolf zum Tode verurteilt. (Heiterkeit bei der FDP/DVP) Wer weiß, wo sie heute ist. Möglicherweise ist sie mit einem Rotkäppchen unterwegs, (Heiterkeit) trifft einen Wolf und braucht dann hinterher, wie in dem Märchen, möglicherweise den Jäger, der sie aus dem Bauch des Wolfes wieder befreit – je nachdem, wie diese Begegnung verläuft. Ich habe mich auch gefreut, die Darlegungen – – Ah, da hinten sitzt sie ja. Sie hat kein rotes Käppchen auf. Frau Walker, sind Sie dem Wolf schon begegnet? Ich denke, er ist nicht besonders gut auf Sie zu sprechen, wie in dem Märchen auch. Den Wolfsexperten Rösler habe ich jetzt nicht gesehen. Er hat heute schon über dpa bestritten, dass es um die Landtagswahl gehe. Dass der Wolf jetzt abgeschossen wird, habe nichts mit der Landtagswahl zu tun, sondern mit der Paarungszeit. Denn der Kollege Rösler hat deutlich gemacht, er befürchte Wolfshybride. Es könnte also sein, dass der Wolf in der Paarungszeit auf Hunde trifft. Das sei also der eigentliche Grund und nicht, dass man dem Spitzenkandidaten kurz vor der Wahl helfen möchte. So viel zum Wolf. Offen bleiben Biber und Saatkrähe. In dem hier vorliegenden Gesetzentwurf zur Änderung des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes schlagen wir vor, dem Wildtierbericht 2024 nachzukommen, der deutlich macht, dass die Schäden durch Biber und Saatkrähe erheblich sind, und dass deshalb anzuregen sei, diese beiden Tierarten dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz zu unterstellen. Wir würden gern die Jägerschaft einbinden. Das ist ohnehin sinnvoll. Ich denke, es ist notwendig, den Schutzstatus bei Saatkrähe und Biber herabzusetzen. Er ist nicht mehr gerechtfertigt, weil einerseits die Schäden evident sind und weil es andererseits keinen Grund zu Befürchtungen gibt, dass die Population so stark reduziert würde, dass sie aussterben könnte. Wir sind also gespannt, wie sich die Landesregierung zu den Versprechen des grünen Spitzenkandidaten auf dem Bauernriode – 139. Sitzung – Mittwoch, 28. Januar 2026 tag verhält. Der Wolf muss jetzt wahrscheinlich schon dran glauben, um die – – (Abg. Manuel Hagel CDU: Der Wolf ist das Opfer- lamm!) – Ja, der Wolf ist das Opferlamm. Ich habe es gerade ausgeführt, Herr Kollege Hagel. Die Azteken und die Inka haben früher Menschenopfer gebracht, die Grünen wollen jetzt offenbar Wolfsopfer bringen, um die Bauern zu besänftigen. Wir sind jetzt gespannt, wie es mit dem Biber und der Saatkrähe aussieht, ob man glaubt, die Bauernschaft und die Götter seien besänftigt, wenn ein einziger Wolf abgeschossen wird, oder ob es nicht auch notwendig wird, dem Biber und der Saatkrähe auf den Pelz zu rücken. Wir sind sehr gespannt, wie sich die anderen Fraktionen zu diesem Gesetzentwurf verhalten. Herzlichen Dank. (Beifall bei der FDP/DVP)
