Sascha Binder
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht um Kooperation, es geht um Zusammenarbeit zwischen Fans, Fanprojekten, Vereinen und der Polizei. Dabei geht es auch um Respekt vor den Polizistinnen und Polizisten, die an Wochenenden und spätabends ihren Dienst tun, um ein Fußballspiel für Familien, für Fans sowie für Besucherinnen und Besucher so sicher wie nur irgend möglich zu machen. Dazu gehört aber auch Respekt vor den Fans. Der Rechtsstaat gilt auch bei Fußballspielen. Bei der Frage nach der Verhängung von Strafen geht es um Einzelüberprüfungen und nicht um Kollektivstrafen. Jedes Vergehen muss einzeln überprüft werden. Gleichzeitig gilt aber auch, dass (Sascha Binder) Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die sich im Stadion und/ oder außerhalb des Stadions ereignen, nachgegangen werden muss, selbst dann, wenn sie, wie im Fall von Pyrotechnik, von der Haupttribüne im Stadion aus betrachtet vermeintlich schön aussehen. Allerdings ist das trotzdem nicht mit unseren rechtlichen Grundsätzen vereinbar; auch das gehört zur Wahrheit dazu. Ja, wir haben mit den Stadionallianzen seit 2017 ein Projekt, das funktioniert. Herr Innenminister, das hat sich tatsächlich gut entwickelt. Das darf ich auch von dieser Seite aus sagen. Damit müssen jetzt sowohl Sie als auch ich klarkommen. (Vereinzelt Heiterkeit) Aber wenn etwas gut funktioniert, dann darf man das auch sagen. (Beifall bei der SPD – Vereinzelt Beifall bei den Grü- nen und der CDU) Und daraus kann auch etwas entstehen. Beispielsweise gibt der VfB Stuttgart die finanziellen Mittel, die er nicht für Strafen infolge von Pyrotechnikvergehen seiner Fans hat zahlen müssen, seinen Fans, damit diese die tollen Choreografien – von denen Herr Bückner vorhin zu Recht geschwärmt hat – durchführen können, die wir insbesondere im letzten Jahr in der Champions League erlebt haben und sehen konnten. Dann kommt man zu dem Ergebnis, dass manch eine Choreografie, die wir da gesehen haben, viel besser für die Stimmung ist und viel mehr Stimmung ins Stadion bringt als so mancher gefährliche Einsatz von Pyrotechnik. Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute findet hier in der Stadt Stuttgart ein Spiel statt, das weniger durch Fangesänge auf den Straßen auf sich aufmerksam macht denn vielmehr durch eine starke Polizeipräsenz. (Abg. Anton Baron AfD: Ah!) Und es gilt das, was eigentlich immer gilt: Sport darf nie politisch sein; Sport darf nie Gegenstand von politischen Auseinandersetzungen sein. Vielmehr ist Sport für die Menschen da, egal, woher sie kommen, und egal, wofür sie ansonsten stehen, denn Sport soll verbinden. (Abg. Anton Baron AfD: Ach so! Ihre Faeser mit der Armbinde!) Man kann auch sehen, wie verantwortungsbewusst sich die Fanszene des VfB in den letzten Tagen zu diesem Spiel geäußert hat, obgleich sie zu unterschiedlichen Ergebnissen kam. Sie hat deutlich gemacht, dass Politik in diesem Stadion nichts zu suchen hat. Es darf nicht sein, dass sich Menschen, die gern ins Stadion gehen, überlegen, ob sie ins Stadion gehen, weil die Sicherheitsfrage alles andere überdeckt. (Abg. Anton Baron AfD: Aha!) Trotzdem ist es notwendig, dieses Spiel heute so zu sichern, dass jeder sicher in dieses Stadion und auch sicher wieder nach Hause kommt. Deshalb möchte ich mich bei der Fanszene, bei den Polizistinnen und Polizisten sowie bei den Vereinen für die Vorbereitung des Spiels heute Abend bedanken. Wir alle hoffen heute Abend auf sichere Stunden in Stuttgart. de – 138. Sitzung – Donnerstag, 11. Dezember 2025 (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der Grü- nen, der CDU und der FDP/DVP) Herr Rupp, Sie stellen sich jetzt hier hin und sagen, man dürfe Fans nicht unter Generalverdacht stellen, man dürfe nicht alle über einen Kamm scheren. Dass so etwas von der AfD kommt, (Abg. Dr. Rainer Balzer AfD: Woher denn sonst?) ist ja eigentlich schon ein Treppenwitz. (Widerspruch bei der AfD) Denn Ihre Politik ist nichts anderes, als alle unter Generalverdacht zu stellen und alle über einen Kamm zu scheren. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Sehr richtig! – Abg. Daniel Lindenschmid AfD: In Ihrem Kopf vielleicht!) Deshalb ist Ihr Versuch heute, sich für die Fans einzusetzen, (Abg. Daniel Lindenschmid AfD: Was passiert nur in Ihrem Kopf? – Zuruf des Abg. Dennis Klecker AfD) geradezu zynisch. Die Fans brauchen viel, aber keine Anwälte von der AfD. Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPD und den Grünen sowie Abgeord- neten der CDU – Vereinzelt Beifall bei der FDP/ DVP)
