landtag-bw.de ↗

Petra Krebs

GRÜNE 15.10.2025 Sitzungen 17/131

Frau Präsidentin! Herr Minister, erst einmal vielen Dank für die Vorstellung des Plans. Ich denke, das ist etwas sehr, sehr Wichtiges. Jetzt bitte ich im Voraus zu entschuldigen: Ich habe den Plan nicht gelesen; darum stelle ich vielleicht auch eine Frage, die sich durch das Lesen des Plans erledigt hätte. Wir haben uns mit dem Thema auch in der Enquetekommission „Krisenfeste Gesellschaft“ beschäftigt. Es sind auch Kollegen da, die dankenswerterweise mit in der Enquete waren. Etwas, was mir da sehr in Erinnerung geblieben ist, kommt ganz klar aus der Blaulichtfamilie: Man muss eine gemeinsame Sprache sprechen. Sie wissen, ich bin selbst von Beruf Pflegefachkraft. Diese doch sehr militärische Sprache lernt man in diesem Beruf nicht. Mich würde interessieren, wie Sie das auf dem Schirm haben, dass beim Üben auch wirklich alle Berufsgruppen in der gleichen Sprache sprechen können. iode – 131. Sitzung – Mittwoch, 15. Oktober 2025 Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Manfred Lucha: Ganz herzlichen Dank für diese Frage. – Ja, wir haben uns alle – – Sie erinnern sich – ein kleiner Exkurs –: Wir haben in der Pandemie Stäbe eingerichtet. Wir arbeiten sonst ja gar nicht stabsmäßig. Hätten wir keine Stäbe eingerichtet, hätten wir die Pandemie nicht so gut bewältigt. Aber die Stäbe, die Kommunikation – – Ich bin Ihnen sehr dankbar, weil wir hier eine konkrete Unterstützung und Vorbereitung auf diese Maßnahmen brauchen. Ganz entscheidend ist, dass wir die Krankenhäuser bei ihren Übungen unterstützen, die Kommunikation erst einmal ausbauen und festigen. Kommunikation heißt, dass wir uns darauf verständigen, wie wir kommunizieren, wie wir Anweisungen, Regelungen tatsächlich für alle in gleicher Weise verständlich umsetzen. Das ist nämlich der wichtigste Punkt. Sie kennen meinen Lehrmeister Paul Watzlawick, die Theoreme der Kommunikation: Die größten Störungen finden sich im Sender-Empfänger-Verhältnis – übrigens auch in der Politik, (Heiterkeit der Abg. Katrin Schindele CDU) aber auch in jeder guten Ehe –, und das immer wieder. Der eine sagt „Apfel“ und der andere versteht auch „Apfel“ und nicht „Zwetschge“. Das ist genau das Entscheidende, was wir tun. Deswegen haben wir jetzt erste Unterstützungsszenarien ausgebaut. Wir führen mehr Übungen durch, Szenarien mit einem Massenanfall, auch – das hat Kollege Preusch vorher gefragt – mit CBRN-Lagen – chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear –, damit sich die Krankenhäuser gezielt darauf einstellen können. Und – jetzt kommt’s – wir werden die Kompetenzen unterstützen, und – das ist tatsächlich so; wir haben heute Morgen auch noch recherchiert – Baden-Württemberg ist tatsächlich das erste Land. Wir steigen ein – das war ja auch eine Anregung von Ihnen; Sie haben uns das mit auf den Weg gegeben – in die Finanzierung spezieller Kurse für klinisch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte über den Umgang mit besonderen und komplexen Gefahrenlagen, die sogenannten TDSC-Kurse – das ist ein Fachbegriff: Terror and Disaster Surgical Care. Das ist genau darauf abgestellt, Kollegin Krebs, dass wir diese Herausforderungen antizipieren, damit die Ärztinnen und Ärzte lernen, sich darauf einzustellen. Das ist ein Entscheidungstraining, eine realitätsnahe Fallsimulation mit komplexen medizinischen und organisatorischen Herausforderungen; dann das Management penetrierender Traumaverletzungen, insbesondere durch Schuss- und Explosionsverletzungen, und nicht zuletzt, sich auf die Bedrohungslage und die massiv gestiegenen Gefahren größerer Schadenslagen einzustellen. Das beginnt bei aggressiven Cyberattacken gegen Krankenhäuser. Das machen wir schnell, und das machen wir gezielt.

Alle Reden von Petra Krebs Protokoll ↗