Thomas Dörflinger
Vielen Dank, Herr Minister. – Wir haben gerade viel über Baustellen gehört. Meine Frage: Wie kann die Landesregierung dabei unterstützen, dass es für die Fahrgäste während dieser Zeit nicht zu ganz unangenehmen Situationen kommt, was das Baustellenmanagement angeht? Vielleicht können Sie dazu etwas sagen. Danke schön. Minister für Verkehr Winfried Hermann: Vielen Dank. – Tatsächlich war einer der schwerwiegenden Kritikpunkte der Unternehmen wie der Fahrgäste, dass in der letzten Zeit die Baustellen quasi über Nacht angesetzt wurden, also weder den Unternehmen noch den Fahrgästen rechtzeitig angekündigt wurden. Das war eines der wichtigen Kriterien, dass wir gesagt haben: Wenn man streckt, kann man besser planen, und wenn man besser planen kann, kann man auch Ersatzverkehre organisieren. Es ist auch sozusagen die Idee, dass man nicht nur mit Ersatzverkehren arbeitet, sondern versucht, weniger Züge einzusetzen, diese aber verlässlich fahren lässt, damit sich Fahrgäste darauf einstellen können, welche Züge fahren und welche nicht. Die Herausforderung, das Ganze durch Schienenersatzverkehr zu ermöglichen, damit die Fahrgäste mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln nach Stuttgart kommen, ist jetzt die nächste Aufgabe, die die Taskforce bekommen hat. Es war in der Kürze der Zeit nicht möglich, das alles auszuarbeiten, weil es für die neue Situation noch keine Fahrpläne gibt. Es war ja jetzt gerade vorgestellt worden, wie es anders gemacht wird. Und die Folge ist, dass man dann neue Fahrpläne erstellen muss. Dann kann man über die Ersatzverkehre sprechen. Der Bahn ist bewusst, dass sie dabei helfen muss, und uns, dem Land, ist bewusst, dass wir alles tun werden, damit wir das möglichst gut machen. Ich will einmal an einem Beispiel klarmachen, wie schwierig das ist. Es wird zwischen Stuttgart-Vaihingen und Böblingen mehrere Monate zu Sperrungen kommen, und der Flughafen ist noch nicht angebunden. Das heißt, es gibt zwischen Böblingen und Stuttgart-Vaihingen praktisch keinen Schienenverkehr mehr – Gäubahn betroffen, S-Bahn betroffen. Jetzt organisieren Sie mal bei einer Baustelle an der A81, wo ständig Stau ist, einen Schienenersatzverkehr mit dem Omnibus. Das ist kein gutes Angebot. Das wird kaum jemand nutzen. Man müsste dann zum Flughafen fahren, weil man vom Flughafen wieder runter in die Stadt fahren kann. Es ist wirklich eine große Herausforderung, da Lösungen zu finden. Wir werden da aber kreativ rangehen. (Minister Winfried Hermann) Mein Interesse ist, dass wir den öffentlichen Verkehr auf den Fildern auch in diesen Sperrmonaten so organisieren können, dass man ihn in irgendeiner Form nutzen kann, dass wir nicht völlig daneben sind und jeder sagt: „Das kannst du vergessen. Das nutze ich nicht.“
