Andreas Sturm
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Frage nach der Ausbildungsreife von Schülerinnen und Schülern ist untrennbar mit der Ausrichtung der Bildungspolitik und der Qualität im Bildungswesen verbunden. Das Ziel der CDU ist deshalb, das Bildungsniveau in der Breite und in der Spitze zu heben. Bildung muss Chancen eröffnen. Wir, die CDU, wollen eine Bilriode – 125. Sitzung – Mittwoch, 25. Juni 2025 dung, die den individuellen Erfolg ermöglicht und am Ende einen beruflichen und akademischen Bildungserfolg gleichwertig zulässt. Ein Schulabschluss in Baden-Württemberg muss für Qualität stehen und bedeuten, dass Bildungsplanziele eingelöst wurden. Junge Menschen sollen am Ende ihrer Schulausbildung fit sein für den beruflichen Werdegang – fachlich, sachlich und sozial. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Abg. Anton Baron AfD: So weit die Theorie!) Ein erster wesentlicher Schritt wird dabei schon in der frühkindlichen Bildung getan. Denn die verlässliche Förderung der Vorläuferfähigkeiten ist für uns, die CDU, essenziell. Mit dem beschlossenen Sprachförderkonzept „SprachFit“ setzen wir bewusst dort an, wo die Bildungsbiografien beginnen. Gute Deutschkenntnisse sind dabei das Fundament, auf dem später schulisches Lernen, gesellschaftliche Teilhabe und beruflicher Erfolg aufbauen. Doch die Sprachförderung allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig ist die Stärkung der mathematischen Kompetenzen und der Kenntnisse vor allem im Primarbereich, wo die Grundlagen gelegt werden. Klar ist auch – es kam Kritik am Bildungsplan 2016 auf –: Bildungspläne sind dafür da, überarbeitet zu werden. Das ist ganz klar. (Beifall bei Abgeordneten der CDU) Hier gilt es, gezielt weiterzuentwickeln, was sich bewährt hat, und neu zu denken, wo wir durch das Bildungsmonitoring Lücken entdeckt haben. Das Erlernen der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen erfordert gute Rahmenbedingungen vor Ort und passgenaue Konzepte. Aus diesem Grund legen wir, die CDU, Wert darauf, dass Bildungspolitik gemeinsam mit der Praxis für die Praxis gestaltet wird. (Beifall bei Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Bei- fall bei den Grünen) Gute Bildungspolitik entsteht nämlich nicht irgendwie fernab der Schule, sondern im Dialog mit den Akteuren im Bildungswesen. Dazu gehört auch, ehrlich hinzuschauen. Bei aller Wertschätzung für den kompetenzorientierten Unterricht brauchen die Schülerinnen und Schüler verbindliches Basiswissen, auf das sie zurückgreifen können. Das kleine Einmaleins muss sitzen, nicht aus Selbstzweck und Prinzip, sondern damit darauf aufgebaut werden kann. Grundsätzlich gilt: Ohne Fleiß kein Preis. Nur: Um etwas zu lernen, braucht es Zielstrebigkeit, Übung und Ausdauer – kurz: Leistungsbereitschaft. Daran fehlt es vielen Kindern schon von Haus aus. Umso wichtiger ist es, die Eltern, die nicht nur erziehungsberechtigt, sondern auch erziehungsverpflichtet sind, als Bildungspartner zu gewinnen. (Beifall bei Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Bei- fall bei den Grünen) Eine konkrete Maßnahme ist die Einführung des Schuldatenblatts sowie der Ziel- und Leistungsvereinbarung. Auf der (Andreas Sturm) Ebene der einzelnen Schulen haben wir diese Instrumente eingeführt. Da muss man nun genauer hinschauen: Wo stehen die Schulen? Wo gibt es Entwicklungsbedarf? Und vor allem: Welche gezielten Maßnahmen helfen, dass kein Kind verloren geht und dass Talente gefördert werden? Eine dieser Maßnahmen ist – der Kollege hat es schon erwähnt – AVdual für Kinder, die aus besonders schwierigen Verhältnissen kommen. Hier geben wir vonseiten des Wirtschaftsministeriums Zuschüsse an die Schulträger. Bei dieser Klientel mit hohem Förderungsbedarf gibt es einen 60-prozentigen „Klebeeffekt“ in den Betrieben. Das ist sehr erfolgreich. (Beifall bei der CDU und den Grünen) Hier erwarten wir vonseiten der CDU aber auch die Auswertung verfügbarer Daten und die anonymisierte Bereitstellung qualifizierter Informationen durch das Kultusministerium, um Bildungspolitik in höherem Maß evidenzbasiert auszurichten. Für uns, die CDU, bleibt klar: Die Ausbildungsfähigkeit junger Menschen ist kein Nebenziel, sondern das zentrale Ziel unserer Bildungspolitik. Sie ist Ausdruck von Bildungsgerechtigkeit, Zukunftschance und wirtschaftlicher Vernunft gleichermaßen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)
