Andreas Schwarz
Herr Minister, ich möchte gern noch einmal die S-Bahn-Linie S 1 ansprechen und darum bitten, dass das Land beim zuständigen Verband Region Stuttgart hinterlegt, dass gegebenenfalls Ersatzzüge vorgehalten werden. Denn gerade bei so langen Strecken von Nürtingen oder Kirchheim unter Teck über Plochingen, Esslingen, Böblingen bis nach Horb ist das Ganze, wie Sie selbst gesagt haben, sehr verspätungsanfällig. Es wäre schade, wenn die Menschen aus Horb dann aufgrund von Verzögerungen im Bereich Esslingen nicht pünktlich nach Stuttgart kämen oder umgekehrt die Menschen aus Nürtingen oder Kirchheim unter Teck aufgrund von Verzögerungen in Horb oder Böblingen nicht rechtzeitig vorankämen. Deswegen die Bitte, dass Sie hinterlegen, dass der Verband Region Stuttgart exakt dafür nochmals Ersatzzüge bzw. Wagenmaterial vorhält. Minister für Verkehr Winfried Hermann: Diese Bitte kann man äußern, aber das kostet. (Abg. Daniel Karrais FDP/DVP nickt.) Also, wenn ich das dem Verband sagen würde, würden die sagen: „Schön, wenn ihr es zahlt.“ Aber dafür sind wir nicht zuständig. Im Übrigen würde der Verband Schwierigkeiten haben, einfach zusätzliche Züge zu bestellen; denn die Züge, die man dann braucht, sind alle schon bestellt. Es ist ja nicht so, dass man heute für, sagen wir mal, übermorgen S-Bahnen bestellen könnte. Da braucht es einen Vorlauf von mehreren Jahren. Aber ich will noch einmal das Problem mit den langen Linien ansprechen. Das macht mir schon lange Sorgen. Betriebsökonomisch sind diese langen Linien, die wir sowohl bei den Nahverkehrszügen als auch bei den ICEs und S-Bahnen haben, ziemlich vorteilhaft. Denn dann fährst du hin, und dann fährst du wieder zurück. Für Fahrgäste und hinsichtlich Verspätungen sind lange Linien hingegen potenziell schwierig; denn logischerweise schaukeln sich Verspätungen auf. Deswegen finde ich schon, dass man sich, wenn man merkt, dass es nicht funktioniert, perspektivisch einmal anschaut, wie Linien genutzt werden. Wer fährt eigentlich mit der S-Bahn von Horb nach Kirchheim? Also, derjenige muss schon ahnungslos sein, denn das ist das langsamste Transportmittel, welches er dann auswählt, auch wenn es „S-Bahn“ heißt. (Vereinzelt Heiterkeit) Deswegen denke ich, dass man sich Gedanken machen muss, ob es sinnvoll ist – gerade dann, wenn man weiß, dass alle von Süden kommenden Linien im Prinzip von den meisten zum Hauptbahnhof, zur Schwabstraße oder nach Vaihingen und maximal bis Cannstatt genutzt werden –, den Zug zwingend nach Kirchheim weiterfahren zu lassen oder ob man nicht bes- (Minister Winfried Hermann) ser sagt: Ab Hauptbahnhof oder Cannstatt fährt ein anderer Zug weiter, so, wie man es früher zum Teil gemacht hat. Aber das ist jetzt eine Philosophie im Landtag, und Fachleute müssen durchrechnen, ob das überhaupt funktioniert und ob das geht. Wir nehmen aber auf jeden Fall auf, dass Pünktlichkeit auf jeden Fall sichergestellt werden muss.
