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Thomas Poreski

GRÜNE 29.01.2025 Sitzungen 17/114

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Natürlich ist es das Vorrecht der Opposition, allen alles zu versprechen. Seriös ist es nicht. Das zeigt sich gerade bei der Stundentafel. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Nein, stimmt doch nicht!) Alle Forderungen, die von irgendwoher kamen, haben Sie bestätigt. Wenn wir das gemacht hätten – auch nur ansatzweise, auch nur teilweise –, dann wären wir zu einer Belastung statt zu einer Entlastung der Schülerinnen und Schüler gekommen. Das ist genau das Gegenteil dessen, was die Initiativen gefordert haben. Wir machen es eben anders. Wir sagen: Statt immer mehr desselben stärken wir die Autonomie der Schulen. Darauf haben Sie nicht reagiert. Das fand ich interessant. Denn die Vertrauens- und Dialogkultur, die wir hier schaffen, scheint Ihnen irgendwie fremd zu sein. Ich nenne es Angst vor der Freiheit. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wer wie der Kollege Kern in einer dogmatischen Blase ist, (Lachen des Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP) wer da gefangen ist, die Zukunft in der Vergangenheit sucht, macht natürlich immer wieder – das ist immer die gleiche Leier – anderen Kolleginnen und Kollegen einen Ideologievorwurf. Das wäre eigentlich putzig, wenn es nicht so ernst wäre; denn es gibt da einen Widerspruch, den Sie nicht übertünchen können. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Nämlich?) Sie zitieren z. B. den Kollegen Hattie. Hattie ist der berühmteste Bildungswissenschaftler (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: „Auf den Lehrer kommt es an“!) der Welt. Sie zitieren die PISA-Studien, und Sie verweigern sich allen Erkenntnissen, die diese Bildungsforscher nahelegen. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Im Gegensatz zu Ihnen habe ich Schülerinnen und Schüler über meh- rere Jahre unterrichtet! Wie oft standen Sie schon im Unterricht? – Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Haben Sie überhaupt die Schule besucht?) – Darüber können wir uns gern austauschen, Kollege. Das ist aber keine vernünftige Antwort. – Sie verweigern sich allen Erkenntnissen der Bildungsforscher, die Sie gern zitieren. Das ode – 114. Sitzung – Mittwoch, 29. Januar 2025 ist ein Widerspruch, den ich selbst als ideologische Blindheit bezeichnen würde. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen) Denn eines ist klar: Was diese Bildungsforscher sagen, ist: Alle weltweit erfolgreichen Bildungssysteme – wir gehören nicht zu den erfolgreichsten, was wir gern beklagen – sind integrativ und inklusiv. Das gilt für alle erfolgreichen Bildungssysteme. Was sagt uns das? Die PISA-Sieger schaffen es, mit weniger Belastung und mehr Wohlbefinden bessere Ergebnisse zu erreichen. Das ist das Vorbild, an dem wir uns orientieren. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Weniger Belastung in Singapur?) Wir schaffen jetzt die Ermöglichungsräume dafür, dass wir von PISA lernen können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, deswegen werden wir unseren Gesetzentwurf so beschließen. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen)

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