Daniel Born
Herr Abg. Dr. Kern, die Frau Ministerin hat das Wort. Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Das war gerade die Ermahnung des Herrn Präsidenten, dass wir nicht in eine dialogische Verfahrensweise eintreten. Ich habe Ihre Fragen und Ihre Anmerkungen aber nicht vergessen; (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Wir sind gespannt!) da können Sie sicher sein. Ich habe mir das mitgeschrieben. Da können Sie gleich sehen, dass ich da sehr ordentlich bin, dass ich in meiner Protokollführung die Qualitäten habe, die Sie durchaus erwarten können. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Aha!) Der Punkt ist: Sie glauben, dass wir beim Werkrealschulabschluss – – Sie haben mir ja schon im Ausschuss gesagt, dass mein größter Fehler die Abschaffung des Werkrealschulabschlusses sei. Wir haben momentan in Baden-Württemberg 224 Werkrealschulen. Sie wissen, dass die Anmeldezahlen an den Werkrealschulen Jahr für Jahr kontinuierlich nach unten gegangen sind. Der Werkrealschulabschluss wurde seinerzeit unter Kultusminister Rau eingeführt, um die Werkrealschulen riode – 114. Sitzung – Mittwoch, 29. Januar 2025 vielleicht noch mal in einen Blütestand zu erheben, den ursprünglich mal die Hauptschulen hatten. Das sollte mit den Werkrealschulen entsprechend gelingen. Wir wissen: Die Anmeldezahlen gehen runter. Auch werden immer wieder Standorte geschlossen, weil es an den Werkrealschulen zu wenige Kinder gibt, und zwar häufig schon am Anfang. Wenn wir in der Fläche Werkrealschulen sehen, die mit fünf, mit sieben, mit zehn Kindern anfangen, dann wissen wir, dass wir dort auch die Ressourcenfrage stellen müssen. Wir haben mit den Verbünden, die die Werkrealschulen schon jetzt häufig mit den Realschulen haben, sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie kennen die aktuellen Änderungen innerhalb des Schulgesetzes, mit denen wir die Verbünde fortführen wollen. Außerdem soll die Orientierungsstufe bei den Realschulen auf ein Jahr verkürzt werden. So gibt es dann dort noch mal Möglichkeiten, auch bei Kooperationen mit Realschulen, das G-Niveau entsprechend zu unterrichten. Diese Verbünde wollen wir auch weiterhin fördern. Wir wissen auch, dass es Standorte gibt, für die das von der räumlichen Distanz her nicht machbar ist. Da haben wir 40, 45 Stand-alone-Standorte. Dort werden wir ein Angebot machen – das hatte ich Ihnen schon im Ausschuss gesagt –, indem wir über eine Kooperation zwischen den Werkrealschulen nachdenken. Sie heißen noch „Werkrealschule“, weil der Abschluss dort noch gemacht werden kann, bis zu den Kindern, die jetzt dieses Jahr in die Hauptschulen, Werkrealschulen reingehen. Damit diese Kinder eine Perspektive haben, arbeiten wir innerhalb des Kultusministeriums mit Hochdruck an einer Kooperation zwischen den Werkrealschulen und den beruflichen Schulen, um so den Kindern die Möglichkeit zu geben, dass sie innerhalb der Zeit – inklusive zehntes Schuljahr – einen mittleren Bildungsabschluss machen, wenn keine anderen Kooperationen möglich sind. (Beifall des Abg. Raimund Haser CDU) Das ist ein Versprechen, das wir hier abgeben. Das ist für die Schulen auch als Perspektive wichtig. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU) Daher, denke ich, müssen Sie heute mit Ihrem Antrag, den Sie noch mal stellen – – Ich musste etwas schmunzeln, Herr Kern, dass Sie die Koalition nicht am Scheitern sehen, wenn da heute die CDU-Kollegen irgendwie anders abstimmen – die FDP mit ihrer Expertise, wie man Koalitionen scheitern lassen kann. (Zuruf des Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP) Ich muss sagen: Diese D-Day-Expertise, die Sie heute hier an den Tag gelegt haben, werden wir an dieser Stelle nicht brauchen. Ich denke, wir haben große Herausforderungen in unserem Schulsystem, die wir heute mit dem vorliegenden Paket, sowohl was den frühkindlichen Bereich, das Sprachförderprogramm anlangt, als auch was die Umstellung von G 8 zurück zu G 9 anlangt, angehen. Das sind unsere Angebote. Ich bin der Koalition sehr dankbar, dass wir hier sehr einvernehmlich und gut zu einem Ergebnis gelangt sind – im Sinne (Ministerin Theresa Schopper) der Kinder, im Sinne der Ressourcen und im Sinne einer Weiterentwicklung unseres Schulsystems. Denn auf die Bildung kommt es an. Bildung ist die Grundlage für die Käpsele und die Kinder in unserem Land, die wir brauchen. Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen und der CDU)
