Hans Dieter Scheerer
Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Ministerin, Sie haben gerade ausgeführt, der Bund sei originär verantwortlich, aber das Land ergänze durch das Landesarbeitsmarktprogramm. Meine Frage konkret – ich denke, das Programm ist auch sehr wichtig –: Wie ist sichergestellt, dass es keine Deckungslücken zwischen dem Programm des Bundes, also der klassischen Aufgabe der Jobcenter, und dem Landesarbeitsmarktprogramm gibt, sodass niemand durch den Rost fällt, sondern dass wir die Idee, Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen, wirklich umsetzen können? Gibt es dafür ein Programm? Gibt es Ideen, gibt es auch eine Strategie und Gespräche, damit es keine Deckungslücken gibt, sondern dass wirklich die gesamte Range der Langzeitarbeitslosen abgedeckt wird? Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut: Das ist natürlich ein breites Feld, das auch sehr diversifiziert ist. Das sind Menschen, die aus multiplen Gründen ganz unterschiedlich in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten sind. Diese unterschiedlichen Gruppen spezifisch anzusprechen, ist sicherlich eine Herausforderung. Wir haben bei dem Ideenwettbewerb konkret langzeitarbeitslose Frauen und ältere Langzeitarbeitslose, also über 50 Jahre, wo wir doch größere Hürden für die Vermittlung sehen, angesprochen und ein Programm aufgelegt, bei dem wir individuell auf die persönliche Situation dieser Menschen eingehen, bei dem wir mit ihnen gemeinsam Perspektiven erarbeiten, über welche Wege sie wieder in den Arbeitsmarkt finden könnten, ob es Weiterbildungsmöglichkeiten gäbe, die sie dabei unterstützen. Wir versuchen auch, Kontakte herzustellen; denn sonst wird es immer schwieriger. Je länger man arbeitslos ist, desode – 107. Sitzung – Mittwoch, 6. November 2024 to weiter entfernt ist man vom ersten Arbeitsmarkt. Es war das Ziel, dass diese Menschen nicht abgehängt werden. Es ist schon eine Herausforderung, auf die Einzelsituationen einzugehen. Wir, das Land, versuchen, Gruppen zu identifizieren und diese dann auch in den Fokus zu nehmen. Das machen wir unterstützend, zusätzlich und freiwillig zu den Aktivitäten des Bundes. Da sind die Jobcenter hier in der Verantwortung.
