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Andreas Sturm

CDU 10.10.2024 Sitzungen 17/105

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der vorliegende Antrag beinhaltet zwei Themengebiete: zum einen die Beschaffenheit der Abituraufgaben im Fach Mathematik, zum anderen den Mathematikunterricht und den Bildungsplan als solches. Es ist vollkommen klar: Bildungspläne, die Fachdidaktik, die Fachmethodik befinden sich in einer fortwährenden Entwicklung auf verschiedenen Ebenen – im Ministerium, in den Fachseminaren, aber auch in den Pädagogischen Hochschulen und an den Universitäten. Wir haben die Ausführungen des Kultusministeriums mit Interesse gelesen. Ja, die abge- (Andreas Sturm) fragten Statistiken sind interessant, sie erfassen aber weit nicht alle Facetten eines Unterrichtsfachs. Mathematik ist Kopfrechnen, wie der Kollege gesagt hat, aber eben auch abstrakt. Die Mathematik ist die Sprache der Naturwissenschaft, und sie schult das logische und strukturierte Denken. Bei der Ausgestaltung des neuen G 9 haben wir deshalb die aktuellen Entwicklungen aufgenommen. Wir haben Mathematik als Basiskompetenz in den Klassen 5 und 6 gefördert, und insgesamt wurden auch die MINT-Fächer gestärkt. Mathematik ist für den Innovationsstandort und den Technologiestandort Baden-Württemberg extrem wichtig. Verschiedene Fachdidaktiker sagen: Der Mathematikunterricht muss an die neuen Anforderungen angepasst werden sowie aktiver, kontextualisierter und realitätsnäher sein. Grund dafür sind die verschiedenen Anforderungen. Bei der Bildungsplandebatte gibt es folgende Regel: Immer dann, wenn ein Bildungsplan zu eng gefasst wird, ist er bei der Veröffentlichung eigentlich schon obsolet und veraltet. Deshalb müssen Bildungspläne weit gefasst werden, sie müssen den Rahmen vorgeben, und sie müssen von den Lehrkräften vor Ort ausgestaltet werden, auch von der Fachdidaktik, die diesen aktuellen Entwicklungen Rechnung trägt. Tatsächlich gibt es deutschlandweit bedenkliche Entwicklungen. Es gab ja das MINT Nachwuchsbarometer 2024, das gezeigt hat, dass sich deutschlandweit in den letzten zehn Jahren die Spitzengruppe in Mathematik halbiert und die Risikogruppe verdoppelt hat. Das müssen wir uns ins Hausaufgabenheft schreiben, auch dann, Herr Balzer, wenn wir vielleicht andere Lösungswege haben mögen. Die Aufgabenstellung ist aber klar. Wir werden daher auch in Zukunft die Stärkung und Evaluation der MINT-Fächer in den zuständigen Facharbeitskreisen weiter begleiten und vorantreiben. Zum Abschluss gestatten Sie mir noch, den Fokus weg von den Abituraufgaben und dem Gymnasium darauf zu legen, dass die mathematischen Fähigkeiten breiter aufgestellt werden müssen. Wir brauchen auch in den Kitas und im Grundschulbereich die Schulung der mathematischen Vorläuferfähigkeiten und der Basiskompetenzen. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Das, was ich aufgrund dieses Antrags für das Gymnasium eben gesagt habe, gilt natürlich auch für die Werkrealschule, die Gemeinschaftsschule und die Realschule, wenngleich mit anderer Didaktik. Eines ist aber ganz klar: Im Land der Tüftler und Denker brauchen wir einen hochwertigen Mathematikunterricht, der auf der Höhe der Zeit ist, in der notwendigen Tiefe des Stoffes, für die Breite der Schülerinnen und Schüler an allen Schularten in unserem Land. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)

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