Dr. Stefan Fulst-Blei
Ich komme auf meine ei gentliche Botschaft zurück. Ich habe ähnliche Meldungen auch von einer Kitaleitung bekommen, und das übrigens in einem Musebrotviertel in meiner Stadt. Das heißt, ich habe hier das Gefühl, dass da etwas auf uns zuläuft. Nicht ohne Grund haben wir auch vor diesem Hintergrund gestern in der Debatte zu unserem Antrag zum Thema Lehrkräfteversorgung ausdrücklich darauf hingewiesen, was jetzt notwendig ist. Wenn wir über multiprofessionelle Teams reden, dann brau chen wir mehr Schulsozialarbeit. Es ist völlig daneben, dass Sie sagen: Das brauchen wir nicht. Reden Sie mit Lehrkräf ten vor Ort. Sie sind selbst ehemaliger Kollege; Sie wissen, wie wichtig diese Unterstützung wäre. Ich fordere noch ein mal: Die müssen bereits zum Jahr 2025 kommen. Wir brau chen mehr Schulpsychologie. Frau Staatssekretärin, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir nachher erläutern könnten, warum Sie eigentlich nicht auf die recht einfach umsetzbare Forderung der Schulpsychologin nen des Landesverbands eingehen, die sagen: Gebt uns mehr Verwaltungskräfte für Terminkoordinationen etc. (Abg. Anton Baron AfD: Das Elternhaus hat hier die Verantwortung!) Denn dann könnten wir unmittelbar sofort ohne Fachkräfte mangel sehr viel mehr Kapazitäten für die notwendige Bera tung zur Verfügung stellen. Im Gegensatz zur AfD – ich sage es hier noch einmal – ver trete ich ausdrücklich die Meinung: Wir brauchen eine schär fere Waffenbesitzregelung. Übrigens haben wir seitens der SPD auch gefordert, beim Reizgaserwerb die Altersgrenze von 14 auf 16 Jahre hochzusetzen. (Zuruf des Abg. Hans-Jürgen Goßner AfD) Kolleginnen und Kollegen, Gewalt an unseren Schulen ist ein Thema, welches sich nicht für populistische Debatten eignet. (Abg. Anton Baron AfD: War das populistisch?) Hinweise auf die derzeitige emotionale Situation in den Klas sen sollten wir trotzdem nicht ignorieren. Die Antwort hier auf müssen aber mehr flankierende Maßnahmen sein, konkre te Hilfsangebote der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie, mehr individuelle Förderung. Auch auf das Aufzeigen von Perspektiven müssen wir Wert legen. Nur so können wir Frust und Aggression begegnen. Wir sind hier nicht hilflos, aber wir müssen die notwendigen Mittel zeitnah einsetzen. Deswegen noch einmal: Stellen Sie den Schulen flächende ckend und vor allem zeitnah mehr Schulsozialarbeit und Schul iode – 102. Sitzung – Donnerstag, 18. Juli 2024 psychologie zur Verfügung. Noch einmal mit Blick auf unse re Debatte von gestern: Sorgen Sie dafür, dass Unterricht wirk lich stattfindet. Ansonsten fühlen sich die Kinder abgehängt – mit den entsprechenden Konsequenzen. Ich danke Ihnen. (Anhaltender Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen)
