Petra Krebs
Vielen Dank. – Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch wenn jetzt in den Oppositionsfraktionen noch Gespräche in Gang sind, möchte ich doch die Gelegenheit nutzen – ich habe noch knapp zwei Minuten Zeit –, um auf die Rede des Kollegen Wahl einzugehen. Ich kann Ihren Schmerz verstehen, dass wir das Thema Bildung, das Thema „Frühkindliche Erziehung in Zeiten von Corona“ (Abg. Florian Wahl SPD: Das ist nicht mein Schmerz!) nicht in die Arbeit der Enquetekommission „Krisenfeste Gesellschaft“ aufgenommen haben. Aber, lieber Herr Wahl und liebe SPD, ich meine, es ist angesichts der Kinder- und Ju- (Petra Krebs) gendbeteiligung doch respektlos, uns vorzuwerfen, wir hätten uns nicht um Kinder und Jugendliche gekümmert. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Wenn ich jetzt in die Gesichter der Menschen oben auf der Tribüne schaue – es ist schön, dass so viele junge Menschen da sind –, so glaube ich, dass ich große Zustimmung bekommen würde, wenn ich sage, dass das Leben von Kindern und Jugendlichen nicht nur in der Kita und in der Schule stattfindet, sondern es da auch einen ganz großen außerschulischen Bereich gibt. (Lachen bei der SPD) Um dieses Thema haben wir uns sehr ausführlich gekümmert. Wir hatten die Jugendbeteiligung. Wir haben sehr viele Empfehlungen für den Bereich der Kinder und Jugendlichen gegeben. Wenn Sie jetzt sagen, wir hätten uns nicht um dieses Thema gekümmert, nur weil wir uns nicht mit dem Thema „Schule und Bildung“ beschäftigt hätten und eine aus Ihrer Sicht vielleicht wünschenswerte Schul- oder Bildungsdebatte nicht geführt hätten, so meine ich, dass das nicht dem entspricht, was wir tatsächlich getan haben. (Vereinzelt Beifall) Es war mir wichtig, dies noch einmal zu sagen, eben auch aus dem Grund – und hier erreichte uns vielfach ein Lob –: Die Kinder- und Jugendbeteiligung sehen wir als etwas Ernstes, etwas Wichtiges an. Die Kinder und Jugendlichen haben hier bei uns in der Enquete auch berichtet. Ich kann mich an ein kleines Mädchen, Schülerin einer dritten Grundschulklasse, erinnern, die hier stand und die uns erklärt hat, wie sie diese Kinderbeteiligung empfunden hat. Ich war dabei bass erstaunt, wie eloquent sie war – manche Kolleginnen und Kollegen könnten sich hieran tatsächlich ein Beispiel nehmen. (Lachen bei der SPD) Eines war wichtig – das möchte ich noch einmal als Empfehlung benennen; es richtet sich nicht nur an die SPD, sondern an uns alle –: Die Hauptbotschaft dieses kleinen Mädchens war: Wir wollen mit der Politik reden. Wir machen das gern. Aber wenn ihr mit uns redet, dann hört uns auch zu und schwätzt nicht nur. – Ich denke, das ist etwas, was wir uns alle auf die Fahnen schreiben sollten. Mit der Kinder- und Jugendbeteiligung haben wir nach meinem Dafürhalten etwas Gutes getan, und darum kann ich das Gesagte wirklich zurückweisen. Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU)
