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Michael Joukov

GRÜNE 10.07.2024 Sitzungen 17/100

Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte mit dem Dank an die CDU-Fraktion und namentlich den Kollegen Schütte beginnen. Denn Sie haben eine Aktuelle Debatte beantragt, bei der es um nichts weniger geht als um die Zukunft unseres Landes. Das Gute ist: Im Gegensatz zu Aktuellen Debatten zu Bundesthemen haben wir diese Zukunft selbst in der Hand. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Forschung, Innovation und Transfer, meine Damen und Herren, sind die Schlüssel für den Wohlstand und für die Beschäftigung von morgen. Dass Baden-Württemberg kaum Bodenschätze hat – der Kollege hat es erwähnt – und dies mit Wissen und Fleiß kompensieren muss, wurde hier schon ein paarmal gesagt. Aber auch nicht mehr ganz neu, über ein Jahrzehnt alt ist die Erkenntnis, dass diese Themen unter der grün geführten Regierung in guten Händen waren und sind. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Dass Theresia Bauer vier Mal zur Wissenschaftsministerin des Jahres gewählt wurde, hatte gute Gründe, genauso wie das ebenso hohe Ansehen der gegenwärtigen grünen Ministerin Petra Olschowski. Die aktuellen Zahlen belegen es sehr gut. Ich habe die sieben wichtigsten Bereiche herausgepickt. In Baden-Württemberg befinden sich vier der insgesamt elf bundesweiten Exzellenzuniversitäten, so viele wie in keinem anderen Bundesland. 5,6 % des Bruttoinlandsprodukts werden in Baden-Württemberg für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Bayern, auch hier auf Platz 2, bringt es nur auf 3,4 %. Mehr als ein Viertel, genauer gesagt 27 % der bundesweiten Aktivitäten in Forschung und Entwicklung finden in Baden-Württemberg statt. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Mit 38 % aller Patentanmeldungen Deutschlands kommen die meisten Anmeldungen aus Baden-Württemberg. Bayern folgt auf Platz 2 mit 30 %. Mit 556 Professuren für Zukunftstechnologien wie Machine Learning, künstliche Intelligenz ist das Land auch hier vorn, und 231 Studiengänge profitieren von diesen schlauen Köpfen. Die Hochschulen haben 1 166 Drittmittelprojekte mit einem Fördervolumen von über 720 Millionen € im Bereich „Künstliche Intelligenz und Machine Learning“ heranziehen können. Die Zahl, die mir persönlich am wichtigsten ist: 68 252 meist junge Menschen haben zum vergangenen Wintersemester ein Studium an einer Hochschule in Baden-Württemberg begonnen, ein Anstieg von 2 % – eine gute Entscheidung, die Applaus verdient, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) riode – 100. Sitzung – Mittwoch, 10. Juli 2024 Es ist mir gerade als männlichem Abgeordneten wichtig, darauf hinzuweisen, dass es auch bei der Chancengleichheit erste Fortschritte gab. Beim Antritt der ersten grün geführten Landesregierung lag der Frauenanteil bei der Neuberufung unter 25 %, nun sind es immerhin 43 %. Wir sind noch lange nicht am Ziel. Aber der Fortschritt ist spürbar, und das ist gut so. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Manuel Hagel CDU) Ich nehme an, dass etliche Kolleginnen und Kollegen gestern Abend das Halbfinale der Fußballeuropameisterschaft gesehen haben. Aber nicht weniger spannend war der erste Start einer Ariane-6-Rakete, passend zu Peter Schillings „Völlig losgelöst“ bei der Stallwächterparty. Baden-Württemberg ist nämlich auch ein „Aerospace LÄND“. Das wissen nicht viele, aber es ist so. Die Technologie der Ariane-6-Rakete stammt zu wesentlichen Teilen aus Deutschland und innerhalb Deutschlands zu wesentlichen Teilen aus Baden-Württemberg. Entscheidende Tests haben in Lampoldshausen stattgefunden, im Wahlkreis des Kollegen Armin Waldbüßer. Hätten Sie es gewusst? 40 % aller in Deutschland in der Raumfahrtbranche Beschäftigten arbeiten in Baden-Württemberg. Mehr als die Hälfte aller Kommunikationssatelliten im All haben Technik aus Backnang an Bord. – Liebe Grüße an den Kollegen Ralf Nentwich. (Beifall bei den Grünen) Wenn dann andere von „Bavaria One“ schwafeln, hebt die Ariane 6 dank baden-württembergischen Hirnschmalzes und Fleißes ab. Das zeigt deutlich, wer was besser kann, wer besser redet und wer besser schafft. Und wir können noch sehr viel mehr. Mit dem Cyber Valley beherbergen wir das größte europäische Forschungszentrum für KI. Darüber hinaus haben wir auch das IPAI in Heilbronn. Der Supercomputer HAWK am Höchstleistungszentrum – der Kollege hat es erwähnt – ist einer der aktuell schnellsten Rechner Europas, und ein noch schnellerer ist in Planung. Der europaweit erste kommerziell genutzte Quantencomputer steht – das wurde schon erwähnt – in Ehningen bei Böblingen. Hier schließe ich mich dem vom Kollegen Dr. Schütte Gesagten voll an: Allen Beteiligten gebührt höchster Dank für den Mut, der auch spürbare Ergebnisse gebracht hat. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Allerdings, meine Damen und Herren, muss uns eines klar sein: Das alles ist nicht gottgegeben. Nein, damit Baden-Württemberg auch in Zukunft spitze ist, ist heute harte Arbeit notwendig. Dafür brauchen wir gute Leute, wir brauchen die besten. Damit meine ich nicht nur die besten Professorinnen und Professoren, nein, wir brauchen sowohl die besten Professorinnen und Professoren als auch die besten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die besten Technikerinnen und Techniker und natürlich die besten Studis. Damit wir sie bekommen, müssen wir trotz schwieriger Zeiten für eine auskömmliche Finanzierung im Einzelplan 14 sorgen. Die heutige Koalition ist sich einig. Wir sehen uns bei den Haushaltsberatungen. Aber ich bin nun mal zuversichtlich, dass wir die dringenden Aufgaben auch finanziert bekommen. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) (Michael Joukov) Denn jeder in eine Universität oder sonstige Hochschule des Landes investierte Euro generiert nicht weniger als 2,77 € an Wertschöpfung. Umso wichtiger ist es auch, eine grüne Ministerin zu haben, die um jeden dieser Euros kämpft. Unsere Universitäten und sämtliche Hochschulen sind auch im Wettbewerb um die europäische Forschungsförderung, also um die Euros der Europäischen Union, bundesweit spitze. In keinem anderen Bundesland wurden zuletzt mehr Mittel eingeworben. Das ist ein tolles Zeugnis für alle Beteiligten, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Als Ulmer, der zur Wissenschaft redet, muss man fast zwingend Albert Einstein zitieren. Einstein prägte den Satz: Der gesunde Menschenverstand ist nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat. Leider, leider, meine Damen und Herren, wird die rationalkritische Wissenschaft in der Klimaforschung, in der Epidemiologie, in der Virologie und in anderen Bereichen seit einiger Zeit aus einer ganz bestimmten Ecke angegriffen und vermeintlicher gesunder Menschenverstand als Gegensatz angeführt. Vorbehaltlos zu Empirie und zu wissenschaftlichen Methoden zu stehen und die Forschenden gegen die Übergriffe des vermeintlich gesunden Menschenverstands zu verteidigen: Auch das ist grüne Wissenschaftspolitik. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Neben der Forschung, meine Damen und Herren, brauchen wir auch eine gute Translation. Die fünf Innovationscampusmodelle sind da unsere Leuchttürme. Aber wir haben noch viel mehr. Das Exzellenzcluster POLIS in Karlsruhe und Ulm legt die Grundlagen für die elektrochemische Zukunft der Mobilität und verbindet nebenbei Baden und Württemberg. (Zuruf der Abg. Gabriele Rolland SPD) Diese Leuchttürme und viele mehr stehen völlig zu Recht in den Schlagzeilen. (Zuruf der Abg. Gabriele Rolland SPD) Aber neben ihnen haben wir auch noch ein einzigartiges Netz von HAWs, die Praktikerinnen und Praktiker ausbilden, die es braucht, um bahnbrechende Ergebnisse in die Fläche auszurollen. Es reicht nämlich nicht, ein tolles, nachhaltiges Regiesystem exzellent planen zu können. Es braucht auch Fachleute für Installation und Wartung. Und da darf auch die Duale Hochschule nicht unerwähnt bleiben. Berufsbegleitende und duale Studien mit viel Praxisbezug sind ein unersetzliches Angebot neben der klassischen akademischen Laufbahn. Meine Damen und Herren, die MINT-Berufe stehen zurzeit völlig zu Recht im Fokus. Hier ist die „THE NERD LÄND“- Kampagne in vollem Gang. Ich möchte alle ermuntern, sich da auch einzubringen, damit die MINT-Berufe das ihnen gebührende Ansehen erhalten. Die Aufkleber bekommen Sie bei der Pressestelle des MWK. periode – 100. Sitzung – Mittwoch, 10. Juli 2024 (Vereinzelt Beifall bei den Grünen) – Auch einen Applaus an die Nerds, bitte. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen) Meine Damen und Herren, mein Dank gilt zum Abschluss allen, die sich im Bereich Wissenschaft und Forschung engagieren. Ihr Einsatz wird in diesem Hohen Haus geschätzt. Bitte bleiben Sie kreativ und mutig, und wagen Sie auch künftig, neue Wege zu gehen und nach der besten Erkenntnis zu greifen. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

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