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Volker Schebesta

19.06.2024 Sitzungen 17/98

Wenn alle, die nicht in der Nationalmannschaft spielen, alle, die – übertragen gesprochen – nicht kicken – – Wir meinen, dass es schon noch ein paar Kinder gibt, die mehr können. Deshalb wollen wir für diese Kinder faire Chancen haben. Für das, was sie aus ihrem Umfeld und von zu Hause nicht mitbekommen, wollen wir entsprechende Angebote machen – in unseren Einrichtungen, in unseren Institutionen, auch in den Vereinen, aber eben auch in Kita und Schule –, damit wir die Talente erkennen, damit sich diese Talente entwickeln können, indem wir die Begabungen unterstützen, sodass auch – wieder bildlich gesprochen – diese Kinder bei entsprechender Begabung zu Nationalspielerinnen und Nationalspielern werden können. (Beifall bei den Grünen und der CDU – Zurufe) Diese Herausforderung, die Kinder zu begleiten, wird immer größer. Das wissen wir alle, wenn wir den Alltag in Kitas und Schulen in den Blick nehmen. Die gesellschaftlichen Veränderungen tragen dazu bei, dass die Aufgabe für Kitas und Schulen, den Kindern etwas mehr mit auf den Weg zu geben, immer größer wird. Klar ist: Es geht nicht nur um Kinder mit Migrationshintergrund, um auch das ganz deutlich in Richtung AfD zu sagen, sondern es geht dabei auch um Kinder, die in Deutschland geboren und Deutsche sind, wo das auch riode – 98. Sitzung – Mittwoch, 19. Juni 2024 für die Eltern gilt, vielleicht sogar für die Großeltern. Es gibt auch sozialräumliche Strukturen, in denen wir diese Kinder im Blick haben müssen. Deshalb gibt es in Baden-Württemberg im Ausbau von Ganztagsangeboten ganz unterschiedliche Angebote. Ich habe mir zwischendurch überlegt, ob ich am richtigen Tag unterwegs bin, denn wir haben jetzt eigentlich die Debatte zum SPD-Antrag „Ganztagesangebote als Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit“, und da geht es auch um Kinderbetreuung. Es tut mir als dem für die frühkindliche Bildung zuständigen Staatssekretär jetzt im Herzen weh, dass das fast keine Rolle gespielt hat. Im Gegensatz dazu wurde sehr stark über die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung gesprochen, was morgen im Zusammenhang mit einer Großen Anfrage der FDP/DVP auf der Tagesordnung steht. Deshalb, lieber Herr Kollege Dr. Kern, sehen Sie es mir bitte nach: Aus Respekt vor dem Antragsteller dieser Großen Anfrage würde ich zu all diesen Fragen auf die morgige Debatte und die Auseinandersetzung mit der Ministerin verweisen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU – Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Ich freue mich da- rauf!) Was wir in Baden-Württemberg haben, sind die unterschiedlichen Angebote, die gesetzlich verankerten Ganztagsgrundschulen, die Horte, Horte an der Schule, bewährte Betreuungsangebote in kommunaler und freier Trägerschaft für Schulkinder. Wir haben diese breite Angebotspalette, und bei den Gesprächen darüber, was im Bereich Ganztagsschule passiert, aber auch was in den Betreuungsangeboten passiert, gehört selbstverständlich dazu, dass wir alle am Schulleben Beteiligten mit einbeziehen. Sie, Frau Steinhülb-Joos, haben gesagt, wer alles einzubeziehen sei. Deshalb gibt es auch den runden Tisch „Ganztag“. Weil Sie sagten, wir würden das nicht machen, muss ich die gesamte Liste vorlesen: Sozialministerium, Schulverwaltung, KLV und KVJS, Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst, Sport und Musik, Kirche, Landesschulbeirat, Landeselternbeirat, Landesschülerbeirat. Kinder- und Jugendvertreter sind bei diesem runden Tisch mit einbezogen in das, was wir umsetzen wollen, weil wir natürlich auch wissen, dass, wenn wir ein Ganztagsangebot wo und in welcher Form auch machen, ganz wichtig ist, dass es nicht nur verlängerter Unterricht am Nachmittag ist, sondern dass diese Dinge, die für die Persönlichkeitsentwicklung wichtig sind, dazugehören, weil gerade die Kinder und Jugendlichen aus bestimmten sozialen Strukturen das nicht über die Vereinsarbeit mitbekommen. Sie haben die Angebote und können sie wahrnehmen, und viele gehen da auch hin. Aber es kommen oder nutzen eben nicht alle die Möglichkeiten, und deshalb ist es gut, wenn sie diese Angebote im Kontext von Kita und Schule erfahren. Deshalb sind diese Gruppen in der Vorbereitung von dem, was wir machen, mit dabei. Somit haben wir eine Entwicklung mit dem Anfang in Baden-Württemberg, den Ganztagsschulen in speziellen Sozialräumen und anschließend auch mit der Ausweitung im Hinblick auf die Betreuungssituation. Und auch daher, Herr Dr. Balzer: Es gibt nicht die, die vom Staat zum Arbeiten gebracht werden sollen; es gibt junge Männer und Frauen, die Familie und (Staatssekretär Volker Schebesta) Beruf vereinbaren können wollen. Für die machen wir Betreuungsangebote. (Beifall bei den Grünen, der CDU, der SPD und der FDP/DVP) Das ist genau dafür da, dass wir für diese Menschen eine Wahlmöglichkeit haben, damit sie sich entscheiden können, (Abg. Miguel Klauß AfD: Sie zwingen Frauen, arbei- ten zu gehen! – Abg. Raimund Haser CDU: Die AfD hat ihre Frauen wahrscheinlich alle zu Hause bei den Kindern!) ob sie sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zumuten können, ob sie ein Betreuungsangebot finden oder ob sie Familie so realisieren wollen, dass sie auch schnell wieder in Arbeit gehen können. Das ist nicht das, wozu wir sie drängen würden, sondern das ist das, wozu sie uns drängen, entsprechende Angebote zu machen, damit sie das vereinbaren können. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

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