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Dr. Timm Kern

FDP 17.04.2024 Sitzungen 17/92

Das will der HSV auch!) Deswegen ist ein Mehr desselben, z. B. einfach mehr Stunden oder Fächer, zu wenig für ein zukunftweisendes G 9. (Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) Auch vor diesem Hintergrund greift der Volksantrag zu kurz. Wir lehnen ihn daher ab – nicht das Anliegen an sich, wohlgemerkt –, weil wir das Schulsystem insgesamt in den Blick nehmen und weiterentwickeln müssen. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Wir müssen auch realistisch sein, was tatsächlich umsetzbar ist. Wenn wir ad hoc ohne stimmiges Konzept sechs oder auch nur vier Jahrgänge auf einmal auf G 9 umstellen, dann löst dies eine vorgezogene Bautätigkeit aus, die die Kommunen nicht stemmen können. Wir wollen jedoch prüfen, ob das neue G 9, das 2025 starten soll, für die Klassen 5 und 6 greift, also auch für die Kinder, die jetzt im Herbst in die fünfte Klasse kommen. Eines ist klar: Wir machen mit G 9 das Gymnasium attraktiver. Das ist gut so. Viele Kinder besuchen heute aber aus guten Gründen mit einer Gymnasialempfehlung eine andere Sekundarschule, eine Realschule oder eine Gemeinschaftsschule. Wenn ein wesentlicher Teil dieser Kinder künftig auf das Gymnasium wechselt, laufen diese komplett über, und die anderen Sekundarschulen bleiben auf der Strecke. Dagegen kann auch eine verbindliche Grundschulempfehlung nicht helfen; denn wir reden hier über diejenigen Kinder, die eine Gymnasialempfehlung haben und wohl auch künftig bekommen würden. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Aha!) Die qualitativ und quantitativ beste Schülerstromlenkung besteht deshalb in einer ebenso attraktiven integrativen Säule neben dem Gymnasium, nämlich in den Sekundarschulen. Sie sind für den Bildungserfolg von zwei Dritteln der Kinder in eriode – 92. Sitzung – Mittwoch, 17. April 2024 unserem Land existenziell. Über sie wird zusammen mit Berufsschulen und beruflichen Gymnasien ein Großteil unseres Fachkräftenachwuchses ausgebildet. Die Hälfte der Hochschulzugangsberechtigungen werden dort erworben. Die Sekundarschulen neben den Gymnasien müssen daher in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der Eltern nicht gleichartig, aber gleichwertig sein. Das ist uns ganz wichtig. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Sie müssen sich über ihre Pädagogik, über individuelle Förderformate sowie über eine konsequent lebens- und berufspraktische Ausrichtung profilieren können. Vor allem aber müssen sie ohne Systemwechsel alle Bildungsabschlüsse ermöglichen, einschließlich eigener gymnasialer Oberstufen oder solchen im Verbund mit anderen. Also: Nur wenn das Angebot überzeugt, entscheiden sich Eltern, deren Kinder eine Gymnasialempfehlung haben, auch weiterhin für diese Schularten. Und das wollen wir. Für die Unterstützer des Volksantrags gilt somit unsere Botschaft: Auch wenn wir Ihrem Gesetzentwurf nicht zustimmen, nehmen wir Ihre Anliegen auf und ernst. Das ist ganz wichtig. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU) Neue und herausfordernde Zeiten erfordern gerade im Kontext der Bildungsallianz einen offenen Blick und den Mut, sich an den international Besten zu orientieren. Wir sind überzeugt: Unser Land, unsere Köpfe und unsere Herzen haben das Potenzial dazu. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

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