Carola Wolle
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Frauen sind stark. Trotzdem mussten wir Frauen lange für unsere Gleichberechtigung kämpfen. Männer und Frauen sind nach Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gleichberechtigt, und das ist auch gut so. Auf den Seiten der Bundesregierung ist nachzulesen: In Deutschland ist die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht. An der tatsächlichen, alltäglichen Gleichstellung arbeiten wir noch. Meine Damen und Herren, gab es eine Grundgesetzänderung, die nach Jahrzehnten des erfolgreichen Kampfes für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen etwas gänzlich Neues fordert? Die AfD-Fraktion ist rechtsstaatlich und setzt sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nach Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes ein. (Beifall bei der AfD) Hier sind Männer und Frauen ohne Einschränkung gleichberechtigt. (Oh-Rufe von Abgeordneten der Grünen und der CDU) Die selbst ernannten demokratischen Fraktionen behaupten, dass die Gleichstellung über das Grundgesetz garantiert sei. Meine Damen und Herren, Gleichberechtigung und Gleichstellung haben eine völlig andere Bedeutung. Durch die grundgesetzlich garantierte Gleichberechtigung werden Frauen die gleichen Rechte eingeräumt wie Männern. Das heißt, sie dürfen wählen – was sie früher nicht durften –, und sie sind selbstbestimmt. (Abg. Jonas Weber SPD: Seit 1918! – Zuruf von der CDU: Spitzenleistung!) – Ja, genau, 1918 war das so. (Unruhe bei der SPD – Vereinzelt Lachen) (Carola Wolle) Darüber hinaus werden Frauen und Männern nach dem Grundgesetz gleiche berufliche und persönliche Möglichkeiten und Chancen entsprechend ihrer Begabung und Ausbildung ermöglicht. Frauen dürfen eben nicht wegen ihres Geschlechts benachteiligt werden. Die meisten Frauen wollen nicht mehr, aber auch nicht weniger. (Abg. Isabell Huber CDU: Was?) Durch den konstruierten Begriff der Gleichstellung sollen Maßnahmen zur Angleichung der Lebensverhältnisse von dem Prinzip gleichberechtigter, heterogener Bevölkerungsgruppen hergestellt werden. (Lachen der Abg. Isabell Huber CDU – Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Also doch weniger für die AfD!) Wer Gleichstellung mit Gleichberechtigung gleichsetzt, akzeptiert nicht nur neue Ungerechtigkeiten, sondern schadet vor allem dem Anliegen der Frauenbewegung. Wer Gleichstellung als Synonym für Gleichberechtigung benutzt, benachteiligt nicht nur Männer, sondern akzeptiert die Durchsetzung der Frauenquote, unabhängig von der tatsächlichen Qualifikation. (Beifall bei der AfD – Abg. Isabell Huber CDU: Oje!) Daher wundert es mich nicht sehr, dass Tabea Rößner von den Grünen im Deutschen Bundestag gefordert hat, dass Menschen ohne Lesekompetenz, also die nicht mal lesen können, sich in den Deutschen Bundestag wählen lassen sollen. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Aber für die AfD- Fraktion reicht das doch auch!) Als „Stimmvieh“, oder wie stellen Sie sich das vor? (Abg. Isabell Huber CDU: Also, sag mal!) Finden Sie es gut, dass Männer inzwischen in den Frauensport eingreifen und dort, z. B. beim Schwimmen, vorn mitspielen, weil sie vorher als Mann nichts geleistet haben? (Abg. Andreas Stoch SPD: Könnten wir da bitte mal ein Beispiel hören?) Darüber hinaus werden die Vorteile einer Frauenquote gern durch einen behaupteten Geschlechterwechsel erschlichen. Beispiel: Markus, oder jetzt Tessa Ganserer, MdB der Grünen. (Abg. Oliver Hildenbrand GRÜNE: Sie sind so was von unverschämt! Schämen Sie sich! – Gegenruf des Abg. Miguel Klauß AfD) Hierzu titelte der „Merkur“: „Missbrauch der Frauenquote“. Das Ganze geschieht unter dem Beifall der sogenannten demokratischen Fraktionen. (Abg. Thomas Marwein GRÜNE: Das ist so was Un- anständiges, was Sie hier äußern! – Gegenruf des Abg. Miguel Klauß AfD) Ihre ideologische Brille verhindert die Sicht auf den riesigen Schaden für die Errungenschaften von über 200 Jahren Frauenbewegung. eriode – 90. Sitzung – Donnerstag, 7. März 2024 Meine Damen und Herren, daher frage ich Sie: Sind Frauen die besseren Menschen? (Lachen bei Abgeordneten der Grünen – Zuruf der Abg. Isabell Huber CDU) Am 19. Februar 2024 berichtete eine erklärte Feministin mit großer Betroffenheit in der WELT über die Benachteiligung ihrer Söhne in der Schule. Ich zitiere: Ich habe als Feministin immer dagegen angekämpft, dass mir als Frau bestimmte Handlungsweisen wegen meines Geschlechts unterstellt werden. Genau das geschieht jetzt bei meinen Söhnen. (Abg. Anton Baron AfD: Genau!) Der Fokus liegt in der Schule auf den Mädchen, (Abg. Isabell Huber CDU: Ach Gott!) aber geht jetzt zulasten der Jungs. (Abg. Isabell Huber CDU: Auf einer Mädchenschu- le vielleicht!) – Schauen Sie einfach mal in die Zeitung. (Lachen bei Abgeordneten der Grünen und der SPD – Abg. Dr. Rainer Balzer AfD: Dazu muss man lesen können!) Diese Feministin heißt Shila Behjat. (Unruhe)
