Tobias Vogt
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Dieser Antrag wurde vor eineinhalb Jahren verfasst und von der Regierung beantwortet. Jetzt, nach eineinhalb Jahren, hat er es ins Plenum geschafft. Das ist auch das einzig Bemerkenswerte an diesem Antrag. Seine Botschaft ist einfach: Die AfD ist gegen Wasserstoff. Wasserstoff ist Ihnen zu teuer, zu wenig effizient und jetzt auch zu gefährlich. (Beifall bei Abgeordneten der AfD) Ihr Fraktionskollege Rupp hat das ja heute Morgen schon hinlänglich zum Besten gegeben. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, auch Sie von der AfD. Aber jeder hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, Fakten und technologische Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen und daraus politische Schlüsse zu ziehen. (Beifall bei der CDU und den Grünen, Abgeordneten der SPD sowie des Abg. Daniel Karrais FDP/DVP) Das tut die AfD nicht. Fakt ist nämlich, dass die Wasserstofftechnologie weltweit mit Hochdruck weiterentwickelt wird. Wasserstoff hat ein enormes Potenzial und gegenüber anderen Energieträgern glasklare Vorteile. Erstens: Wasserstoff ist speicherbar. Zweitens: Wasserstoff ist transportierbar, leichter transportierbar. Drittens: Wasserstoff ist unabhängig vom Wetter verfügbar. Viertens: Beim Einsatz von Wasserstoff entstehen lokal keine CO -Emissionen, sondern entsteht nur Wasserdampf. Ich möchte nicht alles wiederholen, was heute Morgen schon von meinen Kollegen Haser und Mack gesagt wurde und was die CDU-Fraktion auch hier im Landtag bereits mehrfach gesagt hat. Deshalb nur so viel: Wir wollen, dass Baden-Württemberg klimaneutral wird und dabei erfolgreicher Industriestandort bleibt. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) de – 83. Sitzung – Mittwoch, 20. Dezember 2023 Wir wollen deshalb Wasserstoff massiv ausbauen. Sonne und Wind sind schön und gut, sind richtig und wichtig, aber wir brauchen einen großen Anteil an Wasserstoff in unserem Land. Vor allem die Industrie braucht den Wasserstoff, nachdem andere Energieträger wegfallen oder weggefallen sind. Meine Damen und Herren, wir machen dabei zunächst keinen Unterschied zwischen gutem Wasserstoff und bösem Wasserstoff. Nur: Grüner Wasserstoff allein reicht nicht, und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Es ist doch klar, dass bei der Produktion von Wasserstoff so wenig CO wie möglich entstehen soll. Wer will das nicht? Es ist klar, dass Wasserstoff möglichst effizient produziert werden soll. Aber kein Mensch kann doch jetzt genau sagen, welche technologischen Entwicklungen, welche technologischen Sprünge in Zukunft gemacht werden. Sicher ist aber eines: Die Industrie in unserem Land – die Betonindustrie, die Automobilindustrie, die Stahlindustrie, die Glasindustrie, die chemische und auch die Pharmaindustrie –, die energieintensive Industrie hier in Deutschland und in Baden-Württemberg, hat nicht viel Zeit. Sie braucht den Wasserstoff so schnell wie möglich, sonst ist sie weg, sonst ist sie gezwungen, wegzugehen. (Beifall bei der CDU) Ich komme zum Schluss, meine Damen und Herren: Wir – außer der AfD – sind uns einig, dass wir alle Anstrengungen unternehmen müssen, um die Infrastruktur für Wasserstoff schnellstmöglich auszubauen und die Erforschung und Anwendung dieser hoch spannenden Technologie zu unterstützen. Aus diesem Grund steht der Landtag – in seiner großen Mehrheit jedenfalls – hinter der Wasserstoffstrategie der Landesregierung. Herzlichen Dank. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien schöne, besinnliche und gesegnete Weihnachten sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)
