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Oliver Hildenbrand

GRÜNE 20.12.2023 Sitzungen 17/83

Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg/-innen! (Beifall bei den Grünen und der SPD – Lachen des Abg. Anton Baron AfD) Haben wir denn keine wichtigeren Themen? Wie oft haben wir diese Frage schon von den Gegner/-innen der geschlechtergerechten Sprache hier gehört? Was dabei sehr auffällig ist: Es sind genau sie, also die Gegner/-innen, die ständig über das Gendern reden wollen. (Abg. Rüdiger Klos AfD: Ich fühle mich beleidigt!) Im Februar hatten wir hier die Anti-Gender-Debatte der FDP/ DVP. Heute haben wir hier den Anti-Gender-Antrag der AfD. (Abg. Anton Baron AfD: Wo bleibt der von der CDU?) Ich finde, Ihr Vorgehen ist so durchschaubar wie unanständig. Sie fantasieren einen angeblichen Genderzwang herbei, den es gar nicht gibt, um dann ein Genderverbot zu fordern. Sie behaupten, jede und jeder solle so sprechen dürfen, wie er oder sie will, und gleichzeitig wollen Sie Sprachverbote in Schulen und Behörden beschließen. Das passt doch ganz offenkundig vorn und hinten nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen und der SPD – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Warum tun Sie das? Weil Ihnen die deutsche Sprache so sehr am Herzen liegt? Um zugewanderten Menschen das Erlernen der deutschen Sprache zu erleichtern, wie Sie in Ihrem Antrag behaupten? (Zuruf von der AfD: Genau!) Mit Verlaub: Wer soll Ihnen denn diese Märchen glauben? Ich nicht. (Zuruf von der AfD: Das macht nichts!) Sie befeuern die Debatte mit Ihren Verbotsforderungen nur aus folgenden Gründen: weil Sie glauben, dass Sie daraus politisches Kapital schlagen können, und weil Sie die Gesellschaft weiter spalten wollen. (Lachen des Abg. Anton Baron AfD) iode – 83. Sitzung – Mittwoch, 20. Dezember 2023 Ich sage Ihnen: Wir brauchen keine Scheindebatten um ein angebliches Gender-Sprachdiktat, das es gar nicht gibt, und wir brauchen auch keine politisch motivierten Verbotsfantasien. (Beifall bei den Grünen und der SPD – Abg. Anton Baron AfD: Sie sind doch die Verbotspartei schlecht- hin!) Die Ablehnung von geschlechtergerechter Sprache ist für Sie zu einer Chiffre geworden, einer Chiffre, um emanzipatorische Erfolge in der Frauen- und Geschlechterpolitik infrage zu stellen. (Abg. Rüdiger Klos AfD: Was für ein Quatsch!) Denn worum geht es beim Gendersternchen, beim Doppelpunkt oder beim Unterstrich? Es geht darum, alle Menschen gleichermaßen anzusprechen und sprachlich sichtbar zu machen. Es geht um eine inklusive Sprache, die die Diversität und Vielfalt unserer Gesellschaft abbildet. Es geht also im Kern um Vielfalt, um Anerkennung und Respekt. (Abg. Anton Baron AfD: Ach!) Genau deshalb greift es auch zu kurz, bei diesem Thema immer nur auf die deutsche Orthografie und den Rat für deutsche Rechtschreibung zu verweisen. Denn auch der Rat für deutsche Rechtschreibung erkennt ausdrücklich an – ich zitiere hier –, ... dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll. Und er weist darauf hin – ich zitiere noch mal –: Dies ist eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht mit orthografischen Regeln ... gelöst werden kann. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU – Abg. Anton Baron AfD: Die gibt es ja trotzdem! – Glocke des Präsidenten)

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