Jochen Haußmann
Also: Wir haben ein überfraktionelles Bekenntnis zum Pharmastandort. Somit war es schon eine lohnenswerte Debatte. Ich möchte jetzt aber gern die Gelegenheit nutzen, Ihnen, Herr Minister Lucha, noch ein paar Punkte für die Pharmadialoge auf Landes- und auf Bundesebene mitzugeben. Ein Thema wird auch in den Handlungsempfehlungen des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg angeführt. Da Sie gesagt haben, es sei Ihnen nicht so ganz klar, dass es auch auf Landesebene Themen gebe, weise ich auf die Seiten 4 und 5 hin. Dort geht es um die vereinfachte Möglichkeit zum Arzneimittelbezug von anderen Apotheken. Diesbezüglich könnten die Überwachungsbehörden in Baden-Württemberg bereits mit einer gewissen Flexibilität Abhilfe schaffen. Somit müssten wir hierfür noch nicht einmal ein Gesetz ändern, sondern es genügt, einfach flexibel zu agieren. Ich will noch einen Punkt ansprechen, den Sie auch in den Dialog auf Bundesebene mitnehmen sollten. Es geht um das Arzneimittelneuordnungsgesetz, AMNOG, das zwar vom Grundsatz her von den Pharmaunternehmen unterstützt wird, jedoch angepasst und reformiert werden muss. Es wurde Boehringer Ingelheim angesprochen. In diesem Zusammenhang will ich nur ein Beispiel nennen. Es geht um das Arzneimittel Spesolimab, ein hervorragendes Medikament, das einen Therapiedurchbruch für seltene Hauterkrankungen erzielt hat. Es wird auch international gefeiert und wurde mit Preisen und Anerkennungen ausgezeichnet. Der G-BA in Deutschland hat aber keinen Zusatznutzen erkannt. Dieses Medikament ist nicht mehr erhältlich. So bekommen wir die Pharmaunternehmen in Baden-Württemberg nicht nach vorn. Wir brauchen flexible Lösungen, auch im AMNOG, damit da nicht entsprechende Abzüge vorgenommen werden – also keine Abschaffung des AMNOG; vielmehr brauchen wir Anpassungen. Da bitte ich Sie, auf Bundesebene dann auch für unseren Standort einzuwirken. Ich denke, wir haben eine große Chance, ...
