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Dr. Wolfgang Reinhart

09.11.2023 Sitzungen 17/78

Ich sehe, der Herr Verkehrsminister ist unter uns. (Heiterkeit des Abg. Ulli Hockenberger CDU) Er beantwortet die Fragen selbst. Bitte sehr. Minister für Verkehr Winfried Hermann: Vielen Dank, Herr Präsident. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Danke für die Anfrage. Die Überschrift lautet „Zukunft der Gäubahn“. Ich würde schon sagen, die Zukunft der Gäubahn sieht natürlich nicht gerade rosig aus. Denn dadurch, dass es die klare Prognose gibt, dass die Gäubahn ab Mitte des Jahres 2025 aufgrund der Baumaßnahmen mit dem Umbau der S-Bahn-Linie abgehängt wird, und aufgrund der Tatsache, dass es noch keinen Anschluss am Flughafen gibt – das ist ja der vorgesehene Weg gewesen –, bleibt es nicht bei einer halbjährigen Unterbrechung, sondern – Stand heute –, wenn die Bahn so schnell ist, wie sie behauptet, dann würde sie frühestens 2032 eine neue Bahnstrecke über den Pfaffensteigtunnel schaffen, also einen neuen Weg zum Hauptbahnhof. Da wir schon immer Sorge hatten, dass es da ein Problem gibt, hat das Land Baden-Württemberg, das Verkehrsministerium, sehr früh dafür gesorgt, dass Vaihingen als Umsteigebahnhof ausgebaut wird. ode – 78. Sitzung – Donnerstag, 9. November 2023 (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Vaihingen oder Stuttgart-Vaihingen?) – Stuttgart-Vaihingen. Das ist im Prinzip mal so groß gewesen wie Vaihingen/Enz, nur gehört dieses Vaihingen zur Stadt Stuttgart. Stuttgart-Vaihingen war ja nur noch ein S-Bahn-Halt. Inzwischen ist Stuttgart-Vaihingen ein Umsteigehalt, wo man sowohl auf Fernzüge als auch auf Regionalzüge umsteigen kann. Damit ist eine Plattform geschaffen. Es ist die Vorbereitung für die lange Unterbrechung. Die Umsteigemöglichkeiten, die sich dann prinzipiell ergeben, sind S-Bahn und Stadtbahn oder, wenn man woanders hinwill, auch Busverkehre. Der Vaihinger Bahnhof ist inzwischen wirklich eine Drehscheibe, und für viele ist es ein gutes Angebot. Aber für die Fernpendler oder die Fernverkehrsnutzer – etwa von Rottweil, von Singen oder gar von der Schweiz – ist die Unterbrechung natürlich ärgerlich. Das kann man nicht anders sagen. Sie müssen auf den Nahverkehr und dann wieder auf den Fernverkehr umsteigen. Deswegen hat sich das Land Baden-Württemberg auch mit den Anrainern sehr früh mit der Frage befasst: Was können wir tun, wie können wir eine Verbesserung erzielen? Es gab einen Faktencheck der Deutschen Bahn. Und es gab einen zweiten Faktencheck, den wir, das Land, auch finanziell unterstützt haben, weil die Anrainerkommunen mit den Ergebnissen der ersten Checks nicht zufrieden waren. Ich kann Ihnen sagen: Alles, was bisher im Gespräch ist, wird geprüft. Aber es ist noch nichts endgültig entschieden. Ich kann auf jeden Fall mal zwei Punkte nennen. Es ist u. a. der Vorschlag gemacht worden: Lasst uns doch mit den Zügen übers Neckartal, Tübingen, Nürtingen und dann zum Flughafen fahren – über die Neubaustrecke. Das ist deswegen verworfen worden, weil es erstens im oberen Neckartal keine Elektrifizierung gibt – man weiß, dass man sie nicht so schnell machen kann – und zweitens der zeitliche Gewinn negativ wäre. Es würde also sehr viel länger, deutlich länger dauern, als wenn man auf die S-Bahn umsteigt. Das Gleiche kann man sagen, wenn man über Renningen fährt. Auch da besteht das gleiche Problem: Die Fahrtzeit verlängert sich – keine Verbesserung. Es ist dann eigentlich von allen eingesehen worden, dass dies keine guten Alternativen sind, auch wenn der eine oder andere Oberbürgermeister gesagt hat: „Das wäre die Lösung.“ Sie ist es nicht. So ist der Vorschlag ins Spiel gekommen, die S-Bahn zu verlängern. Das setzt allerdings voraus, dass der Verband Region Stuttgart – – Dieser ist für die S-Bahn zuständig und hat einen Hoheitsbereich, nämlich den Verband Region Stuttgart. Und der reicht nicht bis Horb, auch nicht bis Rottweil. Daher hat der Verband eigentlich erst mal gar keinen Anlass und auch keine Berechtigung, da reinzufahren. Es würde natürlich auch sein Linienkonzept, sein Betriebskonzept stören. Trotzdem war man offen, zu prüfen: Linie 1 verlängern bis Horb oder weiter? Es gibt einen zweiten Vorschlag der SMA: die Linie 4 zu nehmen – sie fährt, von Backnang/Marbach kommend, nach Stuttgart – und bis Rottweil fahren zu lassen. (Minister Winfried Hermann) Beide Projekte werden gerade eisenbahnbetriebswissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Insofern kann man auch noch nicht endgültig sagen, ob das funktioniert. Aber gestatten Sie mir mal eine Ansage grundsätzlicher Art: Eine S-Bahn ist eigentlich ein schnelles Nahverkehrsmittel und kein Regionalzug. Deswegen gibt es in S-Bahnen z. B. keine Toiletten, und es gibt relativ viele Stehplätze, weil man davon ausgeht: Die Leute sind kurz drin, und dann steigen sie wieder aus. Eine S-Bahn bis Rottweil wäre keine S-Bahn mehr. Das wäre die langsamste Bahn, die man auf dieser Strecke fahren lassen könnte, denn S-Bahnen halten an jeder Haltestelle. Deswegen sind unsere Metropolexpress-Konzepte viel besser; denn die betreffenden Züge halten vor dem Ring der S-Bahnen an den Haltestellen – möglichst an allen –, und im Nahbereich fahren sie durch, damit man wieder Zeit einspart. Trotzdem: Wir prüfen das Ganze. Aber ich will nur sagen: Aus unserer Sicht sind diese Vorschläge nicht die intelligentesten oder die besten. Aber wir prüfen das Ganze. Aber man muss schon dazusagen: Wenn der Verband Region Stuttgart nicht mitspielt, klappt das nicht.

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