Daniel Born
Es folgt die Landesregierung. Ich erteile Herrn Minister Hauk das Wort. Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk: Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich danke der Fraktion GRÜNE sehr herzlich, Herr Kollege Pix, für den Antrag, der sich mit den Tieren beschäftigt, die man nicht jeden Tag sieht. Denn einige Tiere sind immer für den Schutz bzw. für die Schützer und auch für die Bejagung bzw. für die Jäger sichtbar; die Fische sind sozusagen nicht sichtbar. Deshalb kennen die meisten auch nur, wenn überhaupt, ein paar Leitfischarten wie z. B. den Lachs. Aber viele Fischarten sind gänzlich unbekannt. Wir haben in Baden-Württemberg 53 Fischarten. Von diesen Fischarten sind acht vom Aussterben bedroht und damit stark gefährdet. Insgesamt sind 60 % der Arten gefährdet. Man muss einfach sagen: Die Fische erfreuen sich, wahrscheinlich weil sie sozusagen nicht sichtbar und glitschig sind, in der Summe nicht des Schutzes und des Interesses der Politik wie die Tiere, die sich über Wasser bewegen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, 92 % der Kieslaicher – dazu zählen der Huchen, der beispielsweise in der Donau selten, aber ein großer Fisch ist, die Seeforelle, das Neunauge – sind gefährdet – 92 %! Der Erhaltungszustand von sechs Fischarten insgesamt hat sich verschlechtert, bei neun Arten hat er sich verbessert. Wenn man sich die Gewässer insgesamt anschaut, muss man sagen: Die Situation hat sich leicht entspannt, aber auf einem niedrigen Niveau. Und das Gefährdungsniveau ist natürlich vielfältig. Wir müssen alles dafür tun, den Erhalt der Fischbestände in Baden-Württemberg aktiv anzugehen. Das Wasser hat vielfältige Funktionen. Es dient den Fischen, aber auch anderen aquatischen Organismen als Lebensraum und uns Menschen als Trinkwasserressource, Transportmittel, zur Energieerzeugung und vieles mehr. Es ist möglich, das meiste weitestgehend miteinander zu vereinbaren. Langfristige Hauptgründe für den Rückgang sind der Ausbau der Gewässer, die Gewässernutzung durch die Wasserkraft, aber gerade auch die Gewässererwärmung. Die Gewässererwärmung ist mittlerweile der Hauptgrund für die Gefährdung der Fische geworden.
