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Dr. Wolfgang Reinhart

19.07.2023 Sitzungen 17/71

Bitte sehr, Herr Minister. Minister für Verkehr Winfried Hermann: Vielen Dank. – Die Situation ist treffend beschrieben. Tatsächlich funktioniert die Elektrifizierungsstrategie nur, wenn wir die entsprechenden Rohstoffe für die Zellproduktion und die Batterieproduktion bekommen. Die genannten Rohstoffe Lithium, Kobalt und Grafit sind dabei von allergrößter Bedeutung. Dumm nur, dass sie sehr stark in Asien konzentriert sind, genauer gesagt: in China, und dass die chinesische Regierung in den letzten Jahrzehnten offensichtlich clever genug war, sich diese Rohstoffe zu sichern. Denn sie selbst hat den strategischen Ansatz, über die Elektrifizierung des Autos am mechanischen Auto der anderen Autobauer vorbeizufahren, ein neues Produkt zu liefern und dann Weltmarktführer zu sein. Heute kommen, grob gesagt, drei Viertel unserer Rohstoffe in diesem Bereich aus China. Das ist in gewisser Weise fatal, weil wir abhängig sind. Deswegen ist es so wichtig, dass die Europäische Union selbst eine Rohstoffstrategie entwickelt und Partnerschaften mit anderen Ländern eingeht, nicht nur mit China, sondern auch mit Australien oder mit den afrikanischen Staaten. Denn dort ist nicht der einzige Ort, wo die genannten Rohstoffe vorkommen. Es kommt auch darauf an, dass wir unsere Rohstoffe in Europa sichern. Wir haben jetzt vernommen, dass es in Skandinavien oder auch bei uns im Rheingraben Rohstoffvorkommen dieser Art gibt. Das müssen wir vehement vorantreiben. Schließlich – das ist ein Bereich, den wir ebenfalls unterstützen – müssen wir die Batterietechnologie jenseits von Lithium vorantreiben. Dazu gibt es Forschung, z. B. in Ulm – das unterstützen wir auch –, an sogenannten Feststoffbatterien. Denn wir müssen irgendwann von der Abhängigkeit von den Seltenen Erden und anderen Rohstoffen wegkommen und die nächste Generation von langlebigen, sicheren und ökologisch sauberen Batterien im eigenen Land produzieren.

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