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Dr. Wolfgang Reinhart

19.07.2023 Sitzungen 17/71

Herr Minister. Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Manfred Lucha: Es ist tatsächlich so – ich bedanke mich –: Wir empfehlen allen Vulnerablen, die Impfempfehlungen, die Auffrischungsempfehlungen der Ständigen Impfkommission umzusetzen. Wir empfehlen auch, dies anzubieten und auch weiterhin Impfstoff und Impfmöglichkeiten anzubieten. Wir haben jetzt eine Verständigung im Regelsystem. Sie wissen ja, dass die Übernahme der Kosten für den Impfstoff durch den Bund ausgelaufen war. Dann gab es – wie immer im Leben – die Frage: Wer ist dafür verantwortlich? Wir haben zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung und den Kassen eine Lösung herbeigeführt. Ich glaube, das ist tatsächlich der Schlüssel für vulnerable Gruppen. Ich bin auch der Kollegin Krebs dankbar für ihre Aussagen zu HPV und vor allem zu Masern. Sie wissen, welche schweren Krankheitsverläufe bei Maserninfektionen auftreten. Die Impfnotwendigkeit gilt auch für die Zeckenschutzimpfung beim Aufenthalt in Risikogebieten. Das sind alles Punkte, bei denen wir sagen müssen – ich wiederhole mich vieltausendmal – – Kollege Teufel, wir haben uns vorhin über die Wichtigkeit von Antibiotika unterhalten. Neben den Antibiotika, neben den Röntgenstrahlen sind Impfstoffe die größte und segensreichste Erfindung. Einige von Ihnen wissen: Ich bin seit 30 Jahren in einer NGO in Haiti tätig, dem ärmsten Land der westlichen Welt. Dort gibt es gerade Infektionswellen in einem riesigen Ausmaß. Die Lebenserwartung der Bevölkerung dort ist die geringste überhaupt, weil die Weltgemeinschaft und der nicht funktionierende Staat nicht in der Lage sind, diesen Schutz zu stellen. Sie brauchen gar nicht so weit zu gehen: Vergegenwärtigen Sie sich das Ausmaß der letzten Masernepidemie in Kroatien, eriode – 71. Sitzung – Mittwoch, 19. Juli 2023 in Serbien und der Südsteiermark – ein irres Ausmaß. Wir müssen jetzt also alle wieder mehr an den Impfschutz denken. Wir haben ja den runden Tisch zum Thema Impfen. Ich selbst gehe auch immer wieder an die Schulen mit „Mach den Impfcheck“, wo mit guten, klugen Informationen fürs Impfen geworben wird. Ich kann Sie also alle nur ermuntern, diese Aktivitäten weiter zu tragen. Baden-Württemberg ist ja, historisch begründet, ein geborenes „Impfmuffelland“. Das muss ich nicht weiter ausführen. Aber der Abstand Baden-Württembergs zum Bundesdurchschnitt beträgt jetzt tatsächlich nur noch einen Prozentpunkt. Unsere Aktivitäten haben dazu beigetragen – vor allem bei den älteren Gruppen –, den Abstand tatsächlich zu schließen.

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