Dr. Alexander Becker
Wir brauchen ein Konzept für die Parallelität von G 8 und G 9. Man könnte beispielsweise an eine Orientierungsstufe denken – Klasse 5 oder Klassen 5 und 6 – mit nachträglicher Aufteilung in G-9-Züge und in G-8-Schnellläuferklassen und natürlich mit gemeinsamen Kursstufen. Vor allem müssen wir die Übergänge auf die weiterführenden Schulen sinnvoll steuern. Ich plädiere sehr dafür, Grundschulempfehlung und Elternwille um ein drittes Element zu ergänzen, nämlich um Aufnahmetests, um standardisierte Aufnahmetests im Dissensfall an der aufnehmenden Schule. (Beifall bei der CDU – Abg. Dr. Timm Kern FDP/ DVP: Die Begeisterung bei den Grünen ist mit Hän- den zu greifen! – Vereinzelt Heiterkeit) G 9 und die Steuerung der Schulwahl müssen zusammen gedacht werden, sonst steht das G in G 9 in Zukunft für Gesamtschule. (Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: Es gibt keine Ge- samtschule!) Doch das sind nur die bildungspolitischen Fragestellungen. Über die Frage von verfügbaren Raumkapazitäten haben wir da noch gar nicht gesprochen. Land und Schulträger müssen sich auf eine Reform, die potenziell die Hälfte der Schülerschaft betrifft, angemessen vorbereiten. Wir wollen eine Akzeptanz der Entscheidung über die Kreise des Gymnasiums hinaus. Denn ehrlich gestanden haben wir noch andere drängende Aufgaben im Bildungsbereich. Ich nenne nur die frühkindliche Bildung und das Erreichen der Mindeststandards bei den weniger bevorzugten oder bei den benachteiligten Schülerinnen und Schülern in der Grundschule. (Beifall bei der CDU und des Abg. Andreas Schwarz GRÜNE) Liebe SPD, deshalb ist das jetzt gestartete Bürgerforum keine Warteschleife, sondern ein sehr sinnvoller Prozess, der parallel zum Volksantrag und ergänzend zum parlamentarischen eriode – 71. Sitzung – Mittwoch, 19. Juli 2023 Verfahren stattfindet. Es wundert mich wirklich, dass Sie das nicht unterstützen. (Beifall bei der CDU und des Abg. Andreas Schwarz GRÜNE) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin überzeugt, dass es uns die große Zahl von Kindern mit Gymnasialempfehlung ermöglicht, G 8 und G 9 parallel zu etablieren. Wir müssen also keine Entweder-oder-Entscheidung treffen, sondern wir können kluge und bedarfsgerechte Angebote im ganzen Land etablieren. Vor der Einführung müssen wir aber die zwingenden Fragen beantworten. Wir, die CDU-Fraktion, halten ein paralleles System von G 8 und G 9 zukünftig für sinnvoll. Das Bananenprinzip – Produkt reift beim Kunden – (Vereinzelt Heiterkeit) eignet sich aber nicht für die Kultuspolitik. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und des Abg. An- dreas Schwarz GRÜNE) Die Wiedereinführung von G 9 erfordert konzeptionelle Arbeit und die Bereitstellung von Ressourcen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)
