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Thomas Marwein

GRÜNE 29.06.2023 Sitzungen 17/69

Herr Minister, Sie haben Ihre Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender vom Flughafen betont und kurz angesprochen. Welche Maßnahmen hat der Flughafen unter Ihrer Leitung als Aufsichtsratsvorsitzender in den letzten Jahren ergriffen, um das Fliegen klimafreundlicher zu machen, soweit ein Flughafen darauf Einfluss nehmen kann? (Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Eine sehr gute Fra- ge!) Minister für Verkehr Winfried Hermann: Vielen Dank. – Heute Morgen ist es kurz in den Reden vom Fraktionsvorsitzenden Schwarz und vom Ministerpräsidenten angesprochen worden: Es gibt u. a. am Flughafen Stuttgart ein Projekt zusammen mit SCHWENK Zement in Mergelstetten. (Zuruf des Abg. Dr. Uwe Hellstern AfD) Da verfolgen wir die Idee, dass wir CO aus der Zementproduktion abscheiden – da entsteht sehr viel CO – und dass wir dieses CO als Basis für erneuerbare Flugkraftstoffe verwenden, die dann am Flughafen getankt werden können. Das ist ein Projekt, das sich in einer frühen Phase befindet, an dem wir aber schon seit ein paar Jahren arbeiten. Aufgrund einiger europarechtlicher Probleme hat es eine Verzögerung erlebt. Das ist ein Projekt, das einen Beitrag zu klimafreundlicheren Flugkraftstoffen leisten kann. Das andere ist, dass wir am Flughafen das Hydrogen Aviat ion Center aufbauen. Wir haben dort auch ein Start-up-Unternehmen platziert, das dort günstig produzieren wird. Da geht es um ein Wasserstoffflugzeug, das bis zu 44 Passagierplätze haben soll, das etwa 2 000 km Reichweite haben wird. Das wäre eine zweite Variante technischer Art, um das Fliegen besser zu machen. Im Übrigen hat der Flughafen Stuttgart als erster deutscher Flughafen eine Strategie entwickelt, die Folgendes besagt: Der (Minister Winfried Hermann) Flughafen muss, wie das Land, bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein, und zwar in all den Bereichen, für die er selbst Verantwortung trägt. Für das Flugzeug in der Luft hat er nicht die Verantwortung, darauf hat er auch keine Einflussmöglichkeiten, aber bei Start und Landung und am Boden – also Heizung, Lüftung –, ferner auch bei vielen Fahrzeugen am Boden. Da haben wir auch schon einiges gemacht. Diejenigen, die nie fliegen, können das auch von der Terrasse aus sehen. Die Omnibusse fahren schon länger elektrisch. Wir werden auch sukzessive die Busse und alle anderen Fahrzeuge auf Elektrik umstellen. Wir haben natürlich vor, bei der Sanierung die Heizungen und Lüftungen so umzustellen, dass sie extrem wenig Energie verbrauchen. Parallel werden wir sehr viel Fotovoltaik auf dem Flughafengelände haben. Das sind nur einige dieser Maßnahmen. Aber das Projekt als solches ist sehr umfangreich. „Net-Zero Stuttgart“ ist wirklich ein aufwendiges Vorhaben, ist – so kann man schon sagen – ein Modell, weil inzwischen andere Flughäfen diesem Weg folgen und ähnliche Strategien entwickeln. Darauf bin ich ein bisschen stolz: dass wir es im Aufsichtsrat geschafft haben, dafür Mehrheiten zu gewinnen und die Geschäftsführung auch darin zu unterstützen, dass sich so etwas entwickeln kann. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU)

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