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Dr. Timm Kern

FDP 25.05.2023 Sitzungen 17/66

Sie wissen davon, und Sie tun nichts. Es würde mich sehr interessieren: Was tun Sie, wenn Sie wissen, dass wir an den Realschulen in Baden-Württemberg Schülerinnen und Schüler haben, die nach Ihren Worten – nicht nach meinen – dort ein Martyrium erleiden? Was tun Sie dagegen? (Beifall bei der FDP/DVP und des Abg. Anton Baron AfD – Abg. Anton Baron AfD: Sehr richtig!) Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Da kann ich Sie beruhigen; dazu komme ich noch. Ich erzähle Ihnen genau, was wir noch für Beratungselemente – – Ich gebe Ihnen ja recht: Es ist wichtig, dass wir eine Erziehungspartnerschaft zwischen den Eltern und den Lehrkräften an den Schulen haben. Es ist auch in den allermeisten Fällen Gott sei Dank so, dass die Eltern entsprechend dem, was die Lehrkräfte an Einschätzung von Schülerinnen und Schülern haben, die sie aus einem anderen Zusammenhang kennen, die sie im Unterricht kennen, die wissen, was sie an Leistungen haben – – Genau dort finden diese Partnerschaft und dieses Gespräch mit den Eltern und den Schülern natürlich statt. Es ist für mich viel wichtiger und viel wertvoller, dass man statt durch rigide Vorgaben in diesen Elterngesprächen eine Grundlage dafür schafft, diese Entscheidung dann entsprechend zu unterstützen. (Ministerin Theresa Schopper) Ich kann Ihnen sagen: In den allermeisten Fällen arbeiten die Eltern mit den Schulen sehr gut zusammen. Wenn ich mir anschaue: Es sind 90 % – – Frau Fezer und Frau Broszat haben Sie zur Sekundanz ja heute mitgebracht. – Wenn wir wissen, dass 90 % der Kinder, die auf ein Gymnasium gehen, eine Gymnasialempfehlung haben, 8 % eine Realschulempfehlung haben und 1,5 % beim Übertritt auf das Gymnasium eine Grundschulempfehlung für eine Haupt- und Werkrealschule haben, dann zeigt das doch, dass die Eltern im Grunde zu einem Großteil wissen, was auf ihre Kinder zukommt. Seit der Realschulreform haben die Realschulen einen anderen Auftrag. Wir wissen, dass wir uns innerhalb der Realschulen auch auf beide Abschlüsse hin orientieren. Deswegen ist die Heterogenität an den Realschulen meist so groß. Da gebe ich Ihnen ja vollkommen recht. 50 % der Kinder mit einer Realschulempfehlung gehen auf die Realschule. Die 25 %, die auf eine gymnasiale Empfehlung hin auf die Realschule gehen – – Herr Esser sagt in seinem Gutachten – darauf hat Herr Poreski ja hingewiesen –, diese Kinder müssten aufs Gymnasium. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Richtig!) Das steht in dem Esser-Gutachten. (Zuruf) – Nein. Herr Esser, auf den Sie sich immer berufen – – Sie müssen Studien – – (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Das fordern wir doch gar nicht!) Ich bin schon schwer dafür, dass man dann die Studien auf das, was insgesamt dort drinsteht – – Aber die 25 % mit Gymnasiumempfehlung möchte Frau Broszat nicht hergeben. Das sind nämlich genau diejenigen, die Sie gern an den Realschulen möchten. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Aber das sind doch nicht die Problemfälle!) Da hat man – darüber bin ich auch froh – eine Differenzierung gemacht, indem man bilinguale Züge einführt, indem man da noch mal eine entsprechende Förderung macht. Die Kinder, von denen ich rede, von denen ich auch weiß, dass das mitunter arme Tröpfe sind, sind diejenigen, die innerhalb der zweijährigen Orientierungsstufe, wo sie auf dem mittleren Niveau lernen müssen, entsprechend unter die Räder kommen. Da muss man etwas tun. Das ist der Punkt. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Wer ist denn die Kultusministerin, dass Sie sagen: „Da müssen wir was tun“? – Zuruf: Dann tun Sie was! Haben Sie denn das Fachpersonal?) – Jetzt ist es mal gut. Ich habe Ihnen an der Stelle eine Antwort gegeben. Ich würde Ihnen gern auch noch sagen, was wir weiter tun. Es geht um die entsprechende Hinführung innerhalb der Grunderiode – 66. Sitzung – Donnerstag, 25. Mai 2023 schulen. Was wir dafür tun, um das noch mal gezielt zu unterstützen, ist doch der ausschlaggebende Faktor. Also: Es gibt den Lernstand 3, der schon von Haus aus verbindlich ist. Wir führen jetzt den Lernstand 2 ein. Das ist – ausgehend von den IQB-Studien, den Studien, die es bundesweit gibt – für uns genau die datengestützte Schulentwicklung, wo wir sehen: Anhand der Lernstände sammeln wir nicht nur Daten, sondern wir kommen von den Daten auch zu den Taten, um eine entsprechende systematische Fokussierung zu entwickeln. Wir entwickeln auch den Kompass 4. Das ist eine Arbeit in der vierten Klasse, die wir auch zentral einführen wollen, die nicht benotet ist, die aber genau den Hintergrund hat, die Eltern bei der Übergangsberatung noch mal zu stärken. Ich glaube – da habe ich anscheinend einfach ein sehr viel größeres Zutrauen zu den Eltern als Sie –, dass man dann mit der Beratung und mit dem entsprechenden Verlauf – – Wie haben sich die Kinder entwickelt? Welche Chancen gibt es da? Was ist in die Binsen gegangen? Man muss ja ehrlicherweise sagen, dass es nicht immer nur nach oben geht. Aber durch diese Beratung kann man dann die Kinder und vor allem auch die Eltern unterstützen. Vor einer Stunde wurde hier noch ein Bevormunden der Bürgerinnen und Bürger thematisiert und das, was die Grünen mit den Wärmepumpen jedem ins Haus pflanzen wollten, quasi als Geißelung gesehen. Wenn ich mir jetzt das hier anschaue: Sie sind doch diejenigen, die den Eltern an dieser zentralen Stelle eine Vorgabe machen und sagen: „Dein Kind gehört dort nicht hin.“ Und das ist für Sie richtig. (Beifall bei den Grünen)

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