Dr. Rainer Podeswa
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Splett, wir konnten die jüngste Mai-Steuerschätzung vor Kurzem zur Kenntnis neh men, und hier wurden die Steuereinnahmen mit minus 345 Millionen € gegenüber dem Planungsstand des Haushalts ge schätzt. Auf der anderen Seite haben wir in einer der jüngsten Drucksachen von der Landesregierung gelernt, dass die Grund erwerbsteuereinnahmen in diesem Jahr voraussichtlich rund 1 Milliarde € unter dem Planansatz liegen werden, was ange sichts der Baukonjunktur nicht weiter verwunderlich ist. Das Finanzministerium schreibt auf seiner eigenen Homepage – da kann ich Herrn Finanzminister Bayaz jetzt wörtlich zi tieren –: ... in den Monaten Januar bis April hat das Land brutto insgesamt 1,5 Milliarden € weniger eingenommen als in der Oktober-Steuerschätzung prognostiziert. Und weiter: Wir haben eine Aufholjagd ... vor uns. Ich möchte Sie daher zunächst von der Einnahmeseite her fra gen, wie Sie die Einnahmeseite tatsächlich beurteilen, ob Sie die Mai-Steuerschätzung für im Wesentlichen realistisch hal ten oder unter welchen optimalen Annahmen wir mit nur so periode – 65. Sitzung – Mittwoch, 24. Mai 2023 geringen Mindereinnahmen zu rechnen haben und vor allem, woher der Finanzminister seinen Optimismus nimmt und wie er die Aufholjagd gestalten will. – Das zur Einnahmeseite, da doch erhebliche Milliardenbeträge wegzubrechen scheinen. Zur Ausgabenseite hätte ich hier zunächst drei Punkte. Ange sichts des aktuellen Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst müssen wir damit rechnen, dass der Abschluss für die Länder das Land mit hohen zweistelligen Millionenbeträgen außer halb und über der Planung belasten wird. Wir hatten gerade den sogenannten Flüchtlingsgipfel, in dem die Bundesregie rung nur – besser als nichts – 1 Milliarde € mehr für Migra tions- und Flüchtlingskosten bereitstellt, was für Baden-Würt temberg nur 130 Millionen € ausmacht und was mit Sicher heit keinesfalls ausreichen wird. Das sind irgendwelche Hun derttausend Euro pro Gemeinde. Dass dies nicht reichen kann, wurde schon vielfältig kommuniziert. Plant die Landesregie rung, hier die Kommunen darüber hinaus zu unterstützen, und, wenn ja, in welcher Höhe? Und ist durch die Landesregierung zukünftig gegebenenfalls auch wieder eine Spitzabrechnung mit den Gemeinden vorgesehen?
