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Carola Wolle

AfD 08.03.2023 Sitzungen 17/59

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Zunächst möchte ich mich zu den Vorrednerinnen äußern. Zum Thema Genitalverstümmelung: Ich habe das Buch „Wüstenblume“ von Waris Dirie gelesen. Es ist wirklich sehr erschreckend, was die Frauen erleben müssen. Hierzu ist aber zu sagen: In Deutschland reisen zig Menschen ins Ausland, lassen ihre Frauen und Töchter dort verstümmeln und kommen hierher zurück. Das wird hier nicht unterbunden. Das müssen Sie tun. Aber hier kommt ja nur hohles Geschwätz. (Beifall bei der AfD – Abg. Hans-Jürgen Goßner AfD: Sehr gut!) Zweitens muss ich mich bei Schulklassen immer wieder dafür verteidigen, dass die AfD gegen das Kopftuch ist. Akzeptieren Sie endlich einmal, wenn Sie in den Iran schauen, dass das Kopftuch für die Unterdrückung der Frau steht. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Sehr gut!) Wenn Sie das nicht glauben, dann schauen Sie den Film „Nur eine Frau“ an. Entscheiden Sie dann, ob ein Kopftuch wirklich die Antwort ist, die man hier akzeptieren muss. Ein Kopftuch ist ein Zeichen der Unterdrückung, und das müssen wir auch als solches benennen. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Sehr gut!) Am heutigen Frauentag möchte ich zum Kernthema von 200 Jahren Frauenbewegung sprechen, konkret zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Gleichberechtigung ist im Grundgesetz in Artikel 3 Absatz 2 Satz 1 geregelt. Ich zitiere: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Gleichberechtigung soll gleiche berufliche und persönliche Möglichkeiten und Chancen für Männer und Frauen schaffen. Die meisten Frauen wollen nicht mehr, aber auch nicht weniger. Genau das steht aber im Gegensatz zum konstruierten Begriff der Gleichstellung. Wer Gleichberechtigung gegen Gleichstellung austauscht, benachteiligt nicht nur Männer, sondern schadet vor allem dem Anliegen von 200 Jahren Frauenbewegung. (Beifall bei der AfD) periode – 59. Sitzung – Mittwoch, 8. März 2023 Denn wer Gleichstellung als Synonym für Gleichberechtigung verwendet, akzeptiert die Durchsetzung einer Frauenquote unabhängig von der tatsächlichen Qualifikation. Das Resultat sehen wir an der gescheiterten politischen Existenz von Christine Lambrecht. Sie wurde ohne Eignung in das Amt der Verteidigungsministerin gehievt und ist folgerichtig tragisch gescheitert. Bei mir als Frau setzt Fremdscham ein, wenn die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock bei ihrer Bildung Lücken im Grundschulwissen auf dem Niveau der vierten Klasse offenbart. (Beifall bei der AfD) Ich erinnere nur an die „360-Grad-Wende“. Ich bekomme Angst, wenn dieselbe Dame ohne Sinn und Verstand vom Einsatz taktischer Kernwaffen im Russland-Ukraine-Krieg faselt. Offensichtlich ist es Baerbocks Verständnis von feministischer Außenpolitik, wenn unsere Söhne und Töchter im Krieg für die vermeintlich gute Sache sterben könnten. (Beifall bei der AfD) Diese wenigen Beispiele sind der schlagende Beweis dafür, dass Frauen genauso inkompetent, machtversessen und empathielos sein können wie ihre männlichen Kollegen. (Beifall bei der AfD – Abg. Isabell Huber CDU: Nicht von sich auf andere schließen!) Aber ich bin froh, in meinem Alltag zahllosen Beispielen kluger, sozial kompetenter und erfolgreicher Frauen zu begegnen. Typisch für diese Frauen ist, dass sie ihren Erfolg keiner Quote, sondern eigener Leistung und der Unterstützung ihrer Familie verdanken. (Beifall bei der AfD) Die Anhänger einer fatalen Gleichstellungsideologie begründen ihren Quotenfeldzug mit einer strukturellen Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft. Aber wie wir gesehen haben, erweisen die Quotenbefürworter den Frauen einen Bärendienst, wenn allein das Geschlecht und das Parteibuch ausschlaggebend für die Besetzung eines Ministerpostens sind. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE schüttelt den Kopf. – Zuruf der Abg. Petra Krebs GRÜNE) Doch was verhindert tatsächlich Gleichberechtigung in Familie, Beruf und Öffentlichkeit? Ich zitiere hierzu Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 unseres Grundgesetzes: Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Mit anderen Worten: Frauen und Männern stehen die gleichen Chancen zu; nirgendwo ist die Rede von einem Anspruch auf Karriere. Wir sind uns sicher einig, dass es noch immer offene Punkte bei der Gleichberechtigung gibt. Auch wenn der Gender-Pay-Gap immer geringer wird, darf es nicht sein, dass nach 200 Jahren Frauenbewegung Frauen im gleichen Unternehmen bei gleicher Ausbildung und gleicher Tätigkeit noch immer schlechter bezahlt werden als Männer. (Carola Wolle) Die AfD-Fraktion setzt aber an manchen Stellen andere Prioritäten als viele in diesem Hohen Haus. Da sich nach wie vor insbesondere Frauen um die Kinder in unserem Land kümmern, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unser vordringlichstes Ziel. Von einem flächendeckenden und bedarfsgerechten Betreuungsangebot für die Kinder in unserem Land sind wir noch weit entfernt. Darunter leidet tatsächlich die Gleichberechtigung der Frau gegenüber Männern. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Aber wie kann es sein, dass Mütter und Väter, die sich längere Zeit allein ihrer Familie widmen, unweigerlich in die Armutsfalle tappen? (Beifall bei der AfD) Im Gegensatz zu einem Beruf, in dem man offiziell Geld verdient, wird die Leistung der Eltern, der Hausfrau, des Hausmanns, von Vater und Mutter, in der Gesellschaft noch immer nicht als Arbeit anerkannt. Diese unschätzbare Leistung der Nur-Hausfrau bzw. des Nur-Hausmanns für unsere Gesellschaft muss endlich anerkannt werden, (Vereinzelt Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Da- niel Lede Abal GRÜNE) auch durch steuerliche Erleichterungen und eine deutliche Berücksichtigung in der späteren Rente. Mütter und Väter sollen sich frei, ohne finanzielle Benachteiligung für die Erziehung ihrer Kinder entscheiden können. (Beifall bei der AfD) Das ist gelebte Gleichberechtigung, meine Damen und Herren. Unseren Wohlstand sichern wir nur, wenn Familien die Möglichkeit gegeben wird, mindestens drei Kinder großzuziehen. Schauen Sie nach Frankreich. Das ist der richtige Ansatz für die Beseitigung des Fachkräftemangels. Und ja, wir brauchen trotzdem noch Migration, aber die richtige, nicht die in die Sozialdings, (Heiterkeit bei den Grünen und der SPD) in die Sozialfalle. Warum ist es in unserer Leistungsgesellschaft nicht möglich, die Leistung von Millionen von Müttern und Vätern für unsere Gesellschaft materiell und moralisch anzuerkennen? (Zuruf von den Grünen: Frauendings!) – Das ist das Einzige, was Sie können, ja? (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Aber der Lacher war Ihrer!) Ich habe vor genau zwei Wochen mit einer Kinderpflegerin gesprochen. Sie arbeitet mit Leidenschaft und Freude in einer Kita in Heilbronn. Trotz permanenter Unterbesetzung will sie in diesem Beruf bleiben. Sie hat mir sehr ausführlich die Absurditäten ihres Berufs geschildert: Sie bekommt nach 20 Berufsjahren 2 500 € brutto; ungelernte, ergänzende Arbeitskräfte verdienen genauso viel. Die Personalnot lässt keine Chance zur Bildung von Kindern. Die Kindertagesstätten verkommen zu Verwahrungsstätten. Die Ausbildung zum Beruf der Kinderpflegerin wird mit null Euro vergütet. eriode – 59. Sitzung – Mittwoch, 8. März 2023 Mir ging während dieses Gesprächs ein Gedanke durch den Kopf: Wie komplett sinnlos sind Frauenquoten für DAX-Vorstände und Ministerposten, wenn wir Tausenden von fleißigen Frauen im Sozialbereich keine Chance auf ein angemessenes Einkommen geben, meine Damen und Herren? (Abg. Petra Krebs GRÜNE: Das stimmt einfach nicht, was Sie sagen!) Das ist gelebte Familiendiskriminierung – die Sie unterstützen, meine Damen und Herren. (Unruhe) Aus dem bestehenden Mangel an tatsächlicher Gleichberechtigung führt nur ein Weg, und zwar die Stärkung der traditionellen Familie. (Beifall bei der AfD – Abg. Daniel Lede Abal GRÜ- NE: Das heißt, Sie verzichten auf die Betreuung? – Zuruf: Widerspruch in sich!) Ich zitiere aus dem Programm der Alternative für Deutschland: (Unruhe) Wir fordern die Wiederherstellung des grundgesetzlich garantierten, besonderen Schutzes der Familie. Die AfD fordert die Würdigung auch traditioneller Lebensentwürfe und die Wertschätzung der Lebensleistung von Frauen, die Familien gründen und Kinder großziehen. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Da sind wir beim Thema!) Frauen sollen genauso wie Männer entscheiden dürfen, welchen Lebensweg sie einschlagen, ohne mit gesellschaftlicher Ächtung rechnen zu müssen. Wer von Ihnen wagt es, der Chefin einer fünfköpfigen glücklichen Familie vorzuwerfen, ihre Karriere als dreifache Mutter wäre nichts wert? (Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE) Jeder von Ihnen kennt Beispiele von bewundernswerten Mütterkarrieren. Auch das ist gelebte Gleichberechtigung. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD)

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