Oliver Hildenbrand
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg/-innen! Ich bin wirklich immer wieder darüber erstaunt, dass ein kleines Gendersternchen, ein kleiner Doppelpunkt, ein kleiner Unterstrich so große Aufgeregtheiten, so große Empörungswellen auslösen können. Ich finde, das muss überhaupt nicht sein. (Beifall bei den Grünen und der SPD – Zuruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE) Ja, es ist richtig, Herr Kollege Dr. Rülke, Sie haben das gerade auch wieder demonstriert. Sie haben das nicht nur mit viel Polemik demonstriert, sondern Sie haben auch versucht, das verächtlich zu machen. Das überrascht mich zwar nicht – gerade von Ihnen nicht –, aber ich finde es dennoch schade. (Abg. Anton Baron AfD: Ach!) Denn wir sollten uns dem Thema „Geschlechtergerechte Sprache“ einfach mit weniger Aufregung und Polemik und dafür mit mehr Ernsthaftigkeit und Offenheit widmen. (Beifall bei den Grünen und der SPD – Zuruf von der AfD: Wenn wir keine anderen Probleme haben!) Denn worum geht es beim Gendersternchen, beim Doppelpunkt oder beim Unterstrich eigentlich? Diese Zeichen wollen sprachlich die Gleichstellung aller Menschen ausdrücken, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Geschlechtsidentität. Sie wollen zu einer inklusiven Sprache beitragen, die alle Menschen gleichermaßen anspricht, sichtbar macht und repräsentiert. Und sie wollen die Diversität unserer Gesellschaft abbilden, zu der ganz selbstverständlich auch die geschlechtliche Vielfalt gehört. Darum geht es. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Florian Wahl SPD) Was also spricht dagegen? Kritiker/-innen führen immer wieder zwei Gegenargumente ins Feld. Sie sagen, Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich seien unnötig oder unverständlich. Ich will Ihnen sagen, warum ich finde, dass beides nicht stimmt. „Der Wähler entscheidet.“ Wenn wir diesen Satz hören, dann denken wir dabei eher und schneller an Männer als an Frauen, ganz zu schweigen von nicht binären Personen. (Zuruf von der AfD: So ein Quatsch! – Gegenrufe der
