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Dr. Alexander Becker

CDU 01.02.2023 Sitzungen 17/56

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die CDU steht für ein gegliedertes Schulsystem mit Angebotsvielfalt, mit Durchlässigkeit zwischen profilierten Schularten und mit begabungsgerechten Bildungswegen für die Schülerinnen und Schüler. (Beifall bei der CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Das ist eine Stärke der baden-württembergischen Bildungslandschaft. Das Gymnasium zielt auf eine breite und vertiefte Allgemeinbildung und, damit verbunden, auf die Befähigung junger Menschen, eine anspruchsvolle Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium aufzunehmen. Neben Fachwissen und Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler geht es auch um deren Persönlichkeitsbildung. (Zuruf des Abg. Andreas Stoch SPD) 44 % der Grundschüler wechseln nach Klasse 4 auf das Gymnasium. Mit einer Wahlmöglichkeit zwischen einem achtjährigen und einem neunjährigen Bildungsgang könnten wir den unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten dieser Schülerinnen und Schüler besser gerecht werden. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Aha! Das sehen wir auch so!) Ein breiteres G-9-Angebot kann bei entsprechenden Konzeptionen einen qualitativen Mehrwert bieten. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Aha! Weiß das Herr Kretschmann auch?) Deshalb hat diese Koalition den Schulversuch mit G 9 fortgesetzt. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und der Grünen – Zuruf von der SPD) Bereits im Vorfeld der Landtagswahl 2016 – Sie wissen das – (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Wir versuchen das seit elf Jahren! Wie lange denn noch?) war die CDU offen für ein bedarfsorientiertes G-8-/G-9-Modell. – Vor elf Jahren waren Sie selbst noch in der Regierung. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Ja, genau! Auch deswegen haben wir es auf den Weg gebracht! – Ge- genruf des Abg. Manuel Hagel CDU: Das Land leidet heute noch!) Die Rahmenbedingungen für G 8 haben sich seit der Einführung im Jahr 2004 maßgeblich verändert. Insofern ist perspektivisch über weitere Schritte zu beraten. Der vorliegende Antrag ist hier ein begrüßenswerter Eintritt in die Debatte, nicht ihr Ende. Eine flächendeckende Einführung von G 9, ausgehend vom laufenden G-9-Schulversuch, darf aber nicht isoliert betrachtet werden, um Verwerfungen in anderen Schularten zu vermeiden. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und der Grünen) iode – 56. Sitzung – Mittwoch, 1. Februar 2023 Das schließt auch die beruflichen Gymnasien ein, die ein baden-württembergisches Erfolgsmodell sind. Daher gilt der Grundsatz: Gründlichkeit vor Schnelligkeit. In Baden-Württemberg bedarf es auch künftig eines leistungsstarken und qualitativ hochwertigen Gymnasiums. In Baden-Württemberg erworbene Schulabschlüsse müssen für Qualität stehen. Land und Schulträger müssen daher ein mögliches Verfahren, das möglicherweise die Hälfte der Schüler eines Jahrgangs unmittelbar betrifft, angemessen vorbereiten können. Das gilt insbesondere für die Personalressourcen; siehe den in der Drucksache ausgewiesenen Mehrbedarf von 2 040 Deputaten im neunten Jahr des G-9-Aufwuchses. Dies erfordert eine entsprechend realistische Lehrerbedarfsplanung. Wir, die CDU, waren und bleiben in der G-8-/G-9-Frage gesprächsoffen. Ich betone aber, dass die vereinbarte Zielsetzung dieser Legislaturperiode in der Sicherung der Qualität von Unterricht und Schule besteht und nicht in einer Strukturdebatte. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Zuruf von der SPD) Schule benötigt verlässliche Rahmenbedingungen. Sie benötigt das Vertrauen, dass das heute Gesagte auch morgen gilt. (Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Egal, ob es richtig ist oder nicht richtig ist!) Ich stelle abschließend fest: Wir sehen den Veränderungswunsch bei der Aufstellung der Gymnasien. Wir haben inhaltlich-konzeptionelle Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Dem wollen wir uns mit Gründlichkeit und in möglichst großer Einigkeit hier im Hohen Haus stellen. Der Antrag der SPD ist aber ein reiner Showantrag. Wir lehnen ihn ab. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU und den Grünen – Abg. Tho- mas Blenke CDU: Genau!)

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