Daniel Born
Ich darf zur Beantwortung der Fragen Frau Ministerin Olschowski ans Redepult bitten. Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Petra Olschowski: Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, tatsächlich, ich glaube auch, es war eine richtige und wichtige Reise gerade in diesen Zeiten. Wir haben uns um Themen der Wissenschaft, des Verkehrs, der künstlichen Intelligenz und der Politik gekümmert, aber auch um Fragen, die den Jugendaustausch zwischen den USA und Baden-Württemberg betreffen. US-Generalkonsul Thatcher Scharpf und Ministerpräsident Kretschmann haben gemeinsam zu Beginn dieses Jahres Gespräche geführt und haben beide festgestellt, wie wichtig es ist, diesen Jugendaustausch zu starten. Wichtiger Partner für den Jugendaustausch und die Kooperation mit den USA ist bekanntlich das Deutsch-Amerikanische Zentrum. Wie wir auch wissen – das gilt sowohl für die Schulen als auch für die Universitäten –, ist das Interesse von Deutschen, die in die USA gehen wollen, größer als das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den USA, nach Deutschland zu kommen. Vor diesem Hintergrund hat das Deutsch-Amerikanische Zentrum in Los Angeles einen Hip-Hop-Workshop organisiert, für den u. a. der Musiker Max Herre gewonnen wurde, der dort auch auf seinen Kollegen Adisa Banjoko getroffen ist, mit dem er 1994 bei einem solchen Austauschprojekt in Los Angeles zusammen angefangen hat, Musik zu machen, nachdem sich die beiden dort kennengelernt hatten. Dieser Hip-Hop-Workshop soll der Auftakt sein für eine neue Reihe von Austauschprogrammen des Deutsch-Amerikanischen Zentrums, die mit Los Angeles, mit Kalifornien und anderen Partnern startet. Zuerst einmal möchte ich feststellen, dass die Abendveranstaltung, bei der ein sehr großer Teil der Delegation anwesend war – aber nicht nur –, einen Teil eines größeren Programms dargestellt hat, u. a. mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Workshops mit Jugendlichen. Bei der Veranstaltung am Abend fand vor allem ein Podiumsgespräch statt unter der Leitung der Direktorin des Deutsch-Amerikanischen Zentrums, an dem Herr Herre und Adisa Banjoko beteiligt gewesen sind und sehr intensiv darüber gesprochen haben, welche Rolle ein solches Austauschprogramm für eine Musikszene und gerade für eine junge Musikszene spielt. Vor diesem Gespräch hat Herr Herre drei Stücke konzertant vorgetragen. Danach – ich kann es nicht mehr genau sagen – haben eine Stunde, eineinhalb Stunden zwei junge Musikerinnen aus Deutschland und aus Los Angeles gespielt, die eigentlich im Mittelpunkt dieses Abends standen. (Abg. Sascha Binder SPD: Und ein Nachwuchsmu- siker!) – Bitte? riode – 46. Sitzung – Mittwoch, 12. Oktober 2022 (Abg. Sascha Binder SPD: Ein Nachwuchsmusiker der Landesregierung!) – Ach so, ja, vielleicht auch ein Nachwuchsmusiker der Landesregierung. Das möchte ich hier jetzt nicht bewerten. (Abg. Andreas Stoch SPD: Auch nicht qualitativ!) Also: Der Hintergrund dieser Veranstaltung während der Reise war dieses Programm auch aus den Neunzigerjahren, das übrigens 2020 mit einer ersten digitalen Feierstunde – damals wegen Corona digital – schon einmal aufgenommen worden ist als Partnerschaftsfeier zwischen Kalifornien und Baden-Württemberg und das jetzt mit diesem Programmpunkt abgeschlossen wurde. Die Kosten, die Sie genannt haben, 27 000 €, sind über das DAZ, das Deutsch-Amerikanische Zentrum, verhandelt worden. Das Staatsministerium hat das Deutsch-Amerikanische Zentrum beauftragt, eine Veranstaltung in diesem Sinn zu organisieren. Das Deutsch-Amerikanische Zentrum hat diese Mittel bekommen – übrigens auch noch andere Kulturfördermittel – und hat davon in erster Linie für die jungen Musikerinnen und Musiker Honorare bezahlt und für Herrn Herre, der an dieser Veranstaltung kein Geld verdient hat, die anfallenden Reisekosten und Unterbringungskosten. Herr Herre hat das Programm gemacht, um diese Idee des Kulturaustauschs zu unterstützen, und ist sozusagen intrinsisch motiviert durch seine eigenen Erfahrungen als junger Musiker in den USA wieder eingestiegen, um dieses Projekt zu begleiten. Ich glaube, das sind im Moment die wichtigsten Punkte, die dazu zu sagen sind. Ich denke, es ist schon deutlich geworden: Wenn wir über Innovation und Kreativität, über künstliche Intelligenz, über Wirtschaft, über Investment gesprochen haben, haben uns in Los Angeles alle, bei denen wir waren, erzählt, dass in der Stadt Film, Medien und Musik gleichermaßen wichtig sind wie Wirtschaft und Wissenschaft. Deswegen glaube ich, dass es, wenn man über Innovation und Kreativität redet, gut ist, auch als deutsche Beteiligte an so einer Reise gegenüber derartigen Ausdrucksformen nicht verschlossen zu sein. (Beifall bei den Grünen)
