Dr. Wolfgang Reinhart
Es waren sechs Minuten und 18 Sekunden, Herr Kollege. Für die Regierung erteile ich das Wort Frau Kultusministerin Schopper. Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Bei den letzten Wortbeiträgen habe ich gedacht: Da oben sitzen junge Leute, die vielleicht noch nicht ganz in der beruflichen Kurve sind, aber aus dem, was wir hier zuletzt gehört haben, wahrscheinlich auch keine Erkenntnis gewonnen haben. (Abg. Dr. Rainer Balzer AfD: Wie bitte? – Abg. Tho- mas Poreski GRÜNE: Das ist Teil des Problems! – Weitere Zurufe) Ich bin aber trotzdem dankbar, dass wir dieses Thema auf der Tagesordnung haben. Denn die berufliche Orientierung ist wirklich ein wichtiger Punkt und ein wichtiger Bereich. Vor allem merken wir doch gerade nach Corona genau Folgendes: Wir hatten Schulen geschlossen, aber nicht, weil die Kultusministerin entsprechend Freude am Wirken und am Werken gehabt hätte, sondern weil zum Schutz der Schulen, zum (Ministerin Theresa Schopper) Schutz der Schülerinnen und Schüler und auch der Lehrkräfte eben auch Kohortenbildung erforderlich war, was u. a. zur Folge hatte, dass diese jungen Menschen, die heute auf der Tribüne sitzen, keine Klassenfahrt durchführen konnten. Sie konnten auch nicht auf eine Berufsmesse gehen. Sie konnten weder ein Praktikum absolvieren, noch konnten sie entsprechende BOGY-Maßnahmen nutzen. Das ist die Situation, die wir leider in den letzten zwei Jahren hatten. Im Herbst vergangenen Jahres hatte ich mit den Vertretern der Arbeitgeberseite, Handwerksseite, Innungsseite ein Gespräch, weil natürlich auch von da Fehlsignale ausgegangen sind. In den ersten Coronamonaten hieß es: Die Berufsaussichten sind schlecht; berufliche Tätigkeiten werden nur ganz schwer möglich sein. Lehrstellen werden eher knapp. Als das Jahr um war, hat man festgestellt, dass sehr, sehr viele Stellen unbesetzt waren und man für dieses Matching gar keine Leute gefunden hat, weil viele Jugendliche sich bereits anders orientiert hatten. Daher war klar, dass wir – Wirtschaftsministerium und Kultusministerium – in der beruflichen Bildung genau das wieder nach vorn bringen müssen; bereits im letzten Herbst haben wir die Weichen dafür gestellt. Berufliche Bildung ist ein elementar wichtiger Bereich. Deutschlandweit waren im vergangenen Herbst insgesamt rund 40 % aller Ausbildungsplätze ungenutzt. In Baden-Württemberg waren wir besser, aber auch hier gab es offene Ausbildungsplätze. In der Debatte von vor sechs Wochen hatten wir das auch schon mit der Wirtschaftsministerin diskutiert. (Glocke des Präsidenten)
