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Wilfried Klenk

21.07.2022 Sitzungen 17/44

Herr Präsident, meine Damen und Herren Abgeordneten! Lieber Herr Dr. Schweickert, ich darf namens der Landesregierung Ihre beiden Fragen wie folgt beantworten. Gestatten Sie mir aber eine Anmerkung: Der Einstieg von Ihnen war schon mal gut. Wir alle wollen eine bestmögliche Versorgung der Luftrettung für ganz Baden-Württemberg. Das war schon mal gut. (Abg. Dr. Erik Schweickert FDP/DVP: Die ist immer gut! – Vereinzelt Heiterkeit) Zu Ihrer ersten Frage: Das Aufkommen von Sekundäreinsätzen in der Luftrettung wurde zuletzt in der Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung in Baden-Württemberg ausgewertet, die im Jahr 2020 veröffentlicht wurde und die Sie alle im Detail kennen. Danach stellen Sekundäreinsätze rund (Staatssekretär Wilfried Klenk) ein Viertel des Gesamteinsatzaufkommens der baden-württembergischen Rettungshubschrauber dar. Die detaillierten Auswertungen von Ziel- und Quellkliniken bei luftgestützten Sekundäreinsätzen haben hier beispielsweise ergeben, dass das Universitätsklinikum Freiburg mit deutlichem Abstand das am häufigsten angeflogene Krankenhaus war. (Abg. Gabriele Rolland SPD: Genau!) Ausgangsorte bei Sekundärtransporten durch Luftrettungsmittel nach Freiburg waren zu über 40 % Kliniken in den südlichen Landkreisen Waldshut und Lörrach. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich beispielsweise auch bei der Herkunft der Patienten bei Sekundärtransporten mit Transportziel Universitätsklinikum Heidelberg. Am häufigsten kamen die Patienten hier aus der Neckar-Odenwald-Klinik Mosbach, gefolgt vom Helios Klinikum Pforzheim und dem Klinikum in Rastatt. Es ist auf der einen Seite davon auszugehen, dass sich diese Tendenz fortsetzen wird, also dass sich die großen Versorgungszentren weiter schwerpunktmäßig als Zielkliniken von Sekundärtransporten der peripheren Regionen etablieren werden. Auf der anderen Seite wird aber eine bessere Allokation der Luftrettungsstandorte auch dazu führen, dass Patienten von vornherein – das gilt auch für den bodengebundenen Rettungsdienst; das sollte eigentlich das Ziel sein – in die richtige Klinik eingeliefert werden. Das dürfte zu einer Reduktion der Verlegungen aus kleineren Häusern führen. Das sollte unser gemeinsames Ziel sein. Zu Ihrer zweiten Frage: Eine aktuelle Auswertung der DRF Luftrettung hat ergeben, dass die durchschnittliche Einsatzzeit für luftgebundene Sekundäreinsätze in Baden-Württemberg bei zwei Stunden 18 Minuten und für Primäreinsätze bei einer Stunde 19 Minuten – also in der Regel eine Stunde weniger – liegt. Die ADAC Luftrettung verzeichnet hier vergleichbare Zahlen. Die längere Einsatzdauer für Sekundäreinsätze ist dadurch zu begründen, dass in der Regel längere Transportstrecken zurückgelegt werden, die Übernahme von Intensivpatienten mehr Zeit erfordert und die organisatorischen Rahmenbedingungen im Vergleich zu Primäreinsätzen verändert sind, z. B. Flugplanung oder auch das schon angesprochene Arzt-Arzt-Gespräch, gegebenenfalls aber auch ein bodengebundener Zwischentransport. Der zeitliche Ansatz zur Durchführung eines Arzt-Arzt-Gesprächs zur medizinischen Abklärung beträgt im Schnitt zwischen drei und fünf Minuten. So weit zur Beantwortung Ihrer beiden Fragen.

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