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Dr. Wolfgang Reinhart

22.06.2022 Sitzungen 17/40

Bitte sehr, Herr Minister Hauk. Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk: Ich wollte nicht so lange über die Historie sprechen. Denn ich glaube, es war einfach wichtig, dass man das Thema der regenerativen Energieerzeugung Anfang der Nullerjahre noch einmal forciert hat. Das EEG gab es ja schon. Durch die Novelle unter der damaligen rot-grünen Regierung hat dies noch einmal eine ganz neue Bedeutung erfahren, natürlich auch mit den Auswüchsen, die man periode – 40. Sitzung – Mittwoch, 22. Juni 2022 sich hätte denken können, die aber hinterher auch reguliert worden sind. Gott sei Dank wurde das Vorgehen mit diesen Hunderten Hektar Flächen und dem Herbeikarren über zig Kilometer eingestellt, (Zuruf des Abg. Martin Hahn GRÜNE) weil Biogasanlagen in diesen Größenordnungen in der Folge gar nicht mehr gefördert wurden. Was die Kosten der Stromgewinnung angeht, haben Sie völlig recht, Herr Kollege Hahn. Es ist noch immer so, dass die Kosten der Stromgewinnung aus Biogas eine nur geringe Degression erfahren haben. Das ist auch logisch, weil die Anlagen im Unterschied zur Windkraft oder zu Solaranlagen gar nicht so skalierbar sind, wie das in den anderen Bereichen der Fall ist. Als Zweites kommt aber hinzu – das hat sich in der Folge auch noch verbessert –, dass man mittlerweile bei Biogasanlagen, wenn man eine Vollkostenrechnung macht, nicht nur die Kosten für die Stromgewinnung zugrunde legen muss. Vielmehr kann man die Biogasanlage natürlich nur dann als rentabel ansehen – nur so werden sie heute auch gefördert –, wenn auch die Abwärmenutzung gewährleistet ist. Das ist, glaube ich, unabdingbar. Wenn heute neue Biogasanlagen entstehen, basieren die meisten Konzepte eben auch auf der Stromgewinnung oder der Abwärmenutzung, und zwar zunehmend auch auf einer Stromgewinnung, bei der man bedarfsorientiert Strom produziert, indem man einfach zusätzliche Gasspeicher fördert. Im Prinzip wird das Biogas dann verstromt, wenn der Bedarf am Markt besteht – also nicht wie am vergangenen Sonntagmittag, wenn sowieso die Sonne scheint und es heiß ist, sondern im Zweifelsfall am Montagmorgen um elf, wenn alle auf Hochtouren arbeiten und der Strom auch gebraucht wird. Ich glaube, dann werden diese Anlagen auch deutlich rentabler. Dazu müssen sie allerdings auch ertüchtigt werden. Machen wir uns nichts vor: Es braucht einen Anschub, damit diese Umstellung am Ende auch gelingen kann. Das waren die Ausführungen zu den Kosten beim Thema „Stromgewinnung und Wärme“. Wozu ich zuletzt noch mal etwas sagen will – das habe ich vorhin erwähnt –, ist die Labortheorie zur Gewinnung von Wasserstoff. Dort scheint es so zu sein, dass wir aus Biogasanlagen deutlich kostengünstiger Wasserstoff gewinnen könnten, als es beispielsweise bei der Transformation über die Windkraft möglich wäre. Das aber nur am Rande.

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